Freimaurerei und Gott – Wie verträgt sich das?

FREIMAURERTUM UND GOTT - EIN VORWORT (ZU TEIL 1/3):

Keine Frage ist so geeignet, heftigste Diskurse innerhalb des Freimaurertums auszulösen, wie die Frage nach Gott. Vereinfacht und überspitzt reichen die Positionen von "man kann nur ein Freimaurer sein, wenn man an einen wie auch immer gearteten Gott glaubt" bis hin zu "man kann nur ein Freimaurer sein, wenn man nicht an einen Gott glaubt".

Für die Leser meines Blogs ist es nicht schwer, mich innerhalb dieser Diskussion zu verorten: Für mich bedingt der Weg eines Freimaurers die Vorstellung eines Gottes; wenn auch nicht im dogmatischen Sinne. Diese Position hat ihre Berechtigung, ist aber nicht die einzig mögliche.

In drei Blogartikeln möchte ich nun die Gelegenheit geben, auch die Positionen zu Wort kommen zu lassen, die sich nicht mit meiner Position decken oder dieser sogar konträr gegenüberstehen. Ich freue mich sehr, hierfür die Freimaurer und Blogger Rene Schon und Jürgen Scheffler gewonnen zu haben. Beide gehen den Weg des Freimaurers als bekennende Atheisten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Frage nach Gott nicht nur geeignet ist, Kontroversen innerhalb des Freimaurertums auszulösen, sondern auch aufzuzeigen, welche Vielfalt innerhalb des Freimaurertums möglich ist. Wenn der Leser die beiden Artikel von Rene Schon und Jürgen Scheffler sowie meinen Artikel zum Thema gelesen haben wird, wird er eine Vorstellung davon haben, über welche Bandbreite das Freimaurertum verfügt...

Genug der Worte. Vorhang auf für den Beitrag von...

JÜRGEN SCHEFFLER:

juergen-scheffler

FREIMAUREREI UND GOTT – WIE VERTRÄGT SICH DAS?

Um es vorweg zu nehmen – nach meiner Meinung, gar nicht.

In der deutschen Freimaurerei gibt es neben anderen kleineren Zweigen 2 Zweige mit höheren Mitgliedszahlen.

Zum einen wäre da der FO (Freimaurerorden), der sehr religiös aufgestellt ist. Hier wird im Ritual gebetet und auch Jesus Christus als der Große Meister angesehen. Ich will und kann mich zu den Gepflogenheiten dieses Ordens nicht äußern, ist auch gänzlich nicht meine Welt.

Der zweite, sicherlich größte Bereich der Freimaurerei in Deutschland, ist die sogenannte humanitäre Freimaurerei AFuAM (Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland) hier bin ich Mitglied und stütze meinen nachfolgenden Text nur auf diesen Bereich.

Bewusst werde ich auch nicht auf die Hochgrade, die man heute „weiterführende Grade“ nennen soll, eingehen – ich lehne sie einfach ab, da sie nach meiner Meinung in die gänzlich falsche Richtung weisen und mit Freimaurerei nichts mehr zu tun haben.

EINLEITEND ERST EINMAL ETWAS GESCHICHTE:

Die Freimaurerei entstand aus den alten Bauhütten des Mittelalters und nicht, wie sie wohl oft lesen werden, aus den alten Dombauhütten. Warum die Freimaurerei immer wieder den Dombauhütten zugesprochen wird, bleibt mir ein Rätsel und ist wohl dem Versuch der Zuordnung zur christlichen Religion geschuldet. Entgegen der geschätzten max. 50 Dombauhütten in Deutschland stehen sicherlich tausende Bauhütten in denen die alte Steinmetzbruderschaft aktiv war. Man kann sicherlich davon ausgehen, dass jede mittlere und große Stadt mindestens eine Bauhütte hatte, einfach, weil spätestens seit der Zeit des Hochmittelalters (beginnend etwa Mitte des 13. Jahrhunderts) sehr viel in Stein gebaut wurde. Dazu gehörten neben den imposanten Dombauten, Kirchen und Schlössern natürlich auch die Bauten der Alltagsarchitektur wie Rathäuser, große Bürgerhäuser sowie Stadtmauern, Burgen und andere Befestigungseinrichtungen. Auch hier wurden alle möglichen Mittel der damaligen Baukunst eingesetzt, um möglichst imposante und wehrhafte Gebäude zu errichten, die den gesellschaftlichen Stand ihrer Eigentümer und der Städte widerspiegelten. In dieser Zeit erstarkten die Steinmetzbruderschaften und deren Bauhütten bis ihre Sonderstellung um 1731 mit dem endgültigen Verbot durch Kaiser Karl VI endete.

Nahezu zeitgleich entstand die spekulative Maurerei, die Freimaurer, wie wir sie heute noch kennen.

Man sollte auch noch betrachten, dass zur Zeit der alten Bauhütten in unserem Land noch Leibeigenschaft herrschte. Niemand durfte ohne Erlaubnis sein Land verlassen. Lediglich den Mitgliedern der Steinmetzbruderschaften wurde, sicherlich nicht uneigennützig, eine eigene Gesetzbarkeit und Reisefreiheit gewährt.

Man stelle sich jetzt einmal vor, dass diese Reisenden mit dem Wissen, was sich nicht nur auf die Steinmetzkunst beschränkte, aus aller Herren Länder in diesen Bauhütten abstiegen. Sie hatten in diesen dunklen Zeiten, in dem noch die „Heilige“ Inquisition mit ihren Gottesurteilen, Folter und Hexenverbrennungen tobte, sicherlich sehr viel, was den Kirchen sicherlich nicht gefallen haben dürfte, zu berichten. Das ging natürlich nur in „gedeckten“ Räumen, den Bauhütten, in denen man sich vor nicht willkommenen Gästen durch geheime Zeichen, Wort und Griff schütze.

JETZT EIN WENIG SPEKULATION:

Leider ist aus dieser Zeit kaum etwas schriftlich überliefert, aber man kann versuchen, seine Schlussfolgerungen hieraus aus logischen Schlüssen zu ziehen.

Ich stelle mir diese Bauhütten als ziemlich raue und sicherlich auch nicht gerade saubere Arbeitsunterkünfte vor, was natürlich zur Frage führt, warum strebten gegen Anfang des 18. Jahrhunderts sogar Adlige und das Großbürgertum in diese, zu dieser Zeit natürlich nur noch spekulativen Bauhütten der Freimaurer, warum wurden die Bauhüttentraditionen überhaupt fortgesetzt?

Religion und deren Rituale können es nicht gewesen sein, denn die fand man zuhauf in den Kirchen dieser Zeit. Ich vermute einmal, es war der freie Geist, der aus den Bauhütten ausstrahlte. In dieser spekulativen Freimaurerei versuchte man damals, seine Ideale von einer freien, humanitären Gesellschaft am fiktiven Bau nachzubilden. Man übernahm die gedeckten Räume in die man nur Zugang bekam, wenn man die geheimen Zeichen, Worte und Griffe beherrschte. Man versucht den fiktiven Bau, der heute allgemein als der Tempel der Humanität für eine humane Gesellschaft bezeichnet wird, durch Rituale und Botschaften die bedingt vergleichbar den Graden der alten Bauhüttentradition aufgebaut sind, zu festigen. In den alten Bauhütten gab es nur Lehrlinge und Gesellen wo hingegen der Meister immer aus den Reihen der Gesellen gewählt wurde. Das änderte sich im Laufe des frühen 18. Jahrhunderts.

DER BRUCH IM LEHRGEBÄUDE DER SPEKULATIVEN FREIMAUREREI:

Neben der spekulativen Freimaurerei entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Rosenkreuzertum. Ein sehr christlich und mystisch aufgebauter Orden, der den neu entstehenden Freimaurerlogen arg zu schaffen machte. Zur Abwehr entwickelte man einen neuen Grad in der Freimaurerei, den Meistergrad, der entgegen dem Lehrlings- und Gesellengrad nichts mehr mit den alten Bruderschaften zu tun hatte und auch sehr viele christliche und mystische Elemente enthielt. Für mich war das der eigentliche Bruch im Lehrgebäude, an dem nach meiner Meinung die Freimaurerei bis heute zu leiden hat.

Man wendete sich von der möglicherweise in den alten Bauhütten vorhandenen Streitkultur gegen alle Restriktionen aus Glaubensfragen und Obrigkeitsdenken wieder ab und wurde zahm, sehr zahm wie man aus den „Alten Pflichten“ dem bis heutige gültigen Gesetz der Freimaurer von 1723 leicht erlesen kann.

GOTT, RELIGION UND DEREN BEGRIFFLICHKEITEN IN DER FREIMAUREREI DER GEGENWART.

Inhaltlich wurde, wie bereits oben erwähnt, ein Meistergrad in die Freimaurerei integriert, der mit dem eigentlichen Lehrgebäude eines Steinmetzes überhaupt nichts zu tun hat. Zusätzlich wurden den alten Bauhütten im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Dombauhütten zugewiesen. Auch aus den Bauhütten, den ursprünglich gedeckten Räumen wurden die Tempel und aus den eigentlichen, symbolisch nachzubildenden Arbeiten der alten Bauleute wurden demnach zwangsläufig Tempelarbeiten.

Stellt man sich eine alte Bauhütte vor, könnte man sich leicht eine etwas schmuddelige, einfache Hütte mit einem großen Reißbrett in zentraler Stelle voller Zeichnungen und Zeichenwerkzeuge zur Erstellung dieser Zeichnungen vorstellen.

Heute ist dieses Reißbrett, sicherlich ehemals der Arbeitsplatz des Meisters der Bauhütte (des Architekten) zu einem Altar geworden. Auf diesem liegen dann als Zeichnungen für den symbolischen Bau festgeschriebene „Heilige“ Bücher und die Werkzeuge des Meisters oder des Architekten, der den symbolischen Bau in Ordnung bringt, der Zirkel und das Winkelmaß. Überträgt man diese Symbolik in den fiktiven Bau scheint klar zu werden, die Grundlagen für eine humane Gesellschaft sind maßgeblich aus heiligen Büchern zu holen – Ich empfinde dies als eine Katastrophe und vermute mal, die alten Steinmetzen würden dem niemals zustimmen können.

Ein ganz wichtiges Symbol für die reguläre Freimaurerei darf hier natürlich nicht vergessen werde. Das ist der „Große Baumeister aller Welten“.

Die „reguläre“ Freimaurerei hat sich weltweit den „Gesetzen“ der Englischen Großloge untergeordnet, in der klar definiert ist, dass eine reguläre Loge einen „Großen Baumeister aller Welten“ sowie ein bestimmtes „Heiliges Buch“ anzuerkennen hat. Leider kann, oder womöglich will sie sich aus diesem religiös definierte Zangengriff nicht befreien. Sie hält vehement an alten Traditionen fest, oder an das, was sie dafür hält.

So hat man in der humanitären Freimaurerei sicherlich Probleme, diesen Begriff des „Großen Baumeisters aller Welten“ zu definieren und zuzuordnen. Wenn man ihn liest, fällt einem natürlich direkt nur Gott ein. Diesen Gottesbezug will man allerdings in dieser offensichtlichen Form nicht aufrechterhalten, das wäre ja konträr einer rein humanitären und auf Wissen basierenden Freimaurerei. Kurzum deutet man um, man beschreibt diesen Begriff als ein „Schöpferisches Prinzip“ was sich jeder selbst definieren darf. Ein „Schöpferisches Prinzip“ in einem Tempel, in den heiligen Hallen, bei einer Tempelarbeit mit Altar und „Heiligem Buch“? Und, man dankt diesem „schöpferischen Prinzip“ sogar und bittet es an bestimmten Ritualstellen um Hilfe. Hier erscheint mir der FO (Freimaurerorden) mit seiner definierten christlichen Ausrichtung sehr viel ehrlicher.

Zugegeben, bei mir hat es etliche Jahre gedauert, bis ich diese Ungereimtheiten für mich erkannt hatte. Ich habe in der Vergangenheit etliche Jahre mit mir, den Ritualen, den Symbolen, meinen Freimaurer-Brüdern und der Freimaurerei insgesamt gerungen. Freimaurerei war für mich wichtig, da sie eine global organisierte Bruderschaft ist, die sich als Gegenpol zur globalen Wirtschaft- und Finanzwelt aufstellen könnte. Leider möchte sie das offensichtlich nicht, obwohl es dringend erforderlich wäre.

Ich hatte immer gedacht, eine der riesigen Vorteile der Freimaurerei ist das Gespräch, das Streitgespräch auf Augenhöhe mit Brüdern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und sozialen Schichten. Das findest man sonst nirgendwo und unsere so hochgelobte Streitkultur wird auch immer wieder auf Gästeabenden besonders betont. Was soll das denn, wenn wir dies nicht nutzen wollen?

Tiefer, aufgezwungener Glaube hat im tiefsten Mittelalter der Menscheit weit über tausend Jahre Entwicklung gekostet und sehr viel Leid gebracht. Die Freimaurerei tut gut daran, ihre Grundlagen aus der Moderne, aus der Wissenschaft zu beziehen. Wissen heißt nicht unbedingt Recht zu haben. Wissen heißt lediglich eine Theorie zu haben, die wissenschaftlich beweisbar oder wenigstens logisch schlüssig ist. Eine wissenschaftliche These schreit, ganz anders als ein Glaube, nach Gegenthese. Wissenschaft will Wissen schaffen und ist daher immer auf der Suche nach neueren Erkenntnissen. Nach Thesen, die bessere Argumente haben. Das passt gut in die Freimaurerei, wie ich sie mir vorstelle.

Auch zugegeben, auf der Webseite von AFuAM hat sich in den letzten paar Jahren sehr viel getan. Von mir immer wieder kritisierte Textpassagen sind gänzlich verschwunden. Die Webseite stellt sich heute durchaus sehr modern dar, aber an den nach wie vor religiösen Kern, da geht man tunlichst besser nicht heran.

Es wird darauf hingewiesen, dass in den Logen verschiedene Facetten der Ausprägung von Freimaurerei zu finden sind, löst sich aber nicht von den „Alten Pflichten“ von 1723 und versucht einmal „Neue Pflichten“ zu deklarieren. Das passt nicht zusammen, was man leider oft erst nach vielen Jahren Freimaurerei bemerkt.

Ein Satz auf dieser Webseite hat es mir besonders angetan: „…Freimaurer wissen zwar nicht, wie eine menschliche Welt im Einzelnen auszusehen hat, denn sie verzichten darauf, gesellschaftlich-politische Utopien zu formulieren….“. Hier ist der Begriff „Utopien“ allein schon negativ konnotiert – warum eigentlich? Möchte man damit etwas besonders negativ betonen? „Visionen“ passt hier deutlich besser und wäre sicher angebracht gewesen.

Hätte ich damals so eine Bemerkung auf der Webseite von AFuAM gelesen, ich wäre niemals Freimaurer geworden. Es ist für mich eine regelrechte Aufgabe, eine Kapitualtion vor dem großen Plan der Gestaltung einer humanen Gesellschaft. Der symbolische Bau einer humanen Gesellschaft der „Tempel der Humanität“ hat für die Freimaurerei offensichtlich keine Bedeutung mehr.

Auch heißt es bei uns im Ritual „Wir bauen den Tempel der Humanität ….. die Steine, deren wir bedürfen, sind die Menschen“. Dies scheint mir ein Hinweis auf alle Menschen – die eingeschlossen, die nicht Freimaurer sind. Die Frage ist lediglich, wer erstellt den Plan, wer ist der Architekt dieses symbolischen Baus? Wenn der Meister keine eigenen Zeichnungen mehr auflegt, sondern mit seinem Zeichenwerkzeug auf ein „Heiliges Buch“ verweist, kommt da wieder einer dieser ominösen Götter ins Spiel? Das kann und darf es nicht sein, wir müssen uns unsere Welt selbst gestalten – wir sind die Meister und wir erstellen die Zeichnungen nach denen der symbolische Bau erfolgt.

Ich habe als Ziel der freimaurerischen Arbeiten immer den symbolischen Bau als den Bau einer menschlichen Welt verstanden. Wo bleibt dieses Ziel? Ist dieses Ziel bewusst aufgegeben worden, weil es niemals eine Bedeutung im Lehrgebäude der symbolischen Freimaurerei hatte? Weil der Meistergrad nicht angefasst werden darf und dieses religiös Mystische, dieses Spiel zwischen Leben, Tod und Auferstehung unbedingt erhalten werden muss?

Wie wollen wir eine menschliche Welt gestalten ohne uns bewusst mit diesen gesellschaftlich-politische Utopien zu beschäftigen und im Idealfall sogar zu definieren. Bei allen Irrtümern, die daraus entstehen können, es würde sich viel leichter in einer global organisierten Runde von gleichdenkenden Brüdern und wer mag, auch mit Schwestern erreichen – viel besser als allein.

Die Freimaurerei in ihrer Verzahnung zu diesen alten Glaubensvorstellungen versagt da meines Erachtens vollständig. Sie kann sich einfach nicht lösen und ich, wie einige Brüder in meinem Umfeld, haben die Hoffnung für Erneuerung bereits aufgegeben.

Für mich ist es unglaublich, dass wir uns nach wie vor anmaßen, in der Tradition des Humanismus und vor allem der Aufklärung zu stehen. Es kann sein, dass wir in den Zeiten der Aufklärung stehen geblieben sind (was ich sogar bestreiten möchte, da die Aufklärung Fortschritt wollte) – aber ist das tatsächlich sinnbringend in der heutigen Zeit?

In der Tradition stehend, heißt für mich, die fortschrittlichen Gedanken dieser Zeit weiter zu entwickeln und nicht in dieser Zeit verhaftet zu bleiben. Es ist noch nicht lange her, da wurden den jungen interessierten Herren in meiner Loge gesagt „Wir, die Freimaurer, verstehen unter Tradition nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Ist das etwa auch so ein weiterer abgedroschener, sinnentleerter Spruch ohne Bedeutung?

JÜRGEN SCHEFFLER

REFERENZEN:
– Man siehe hierzu auch meine schon ein paar Jahre alten Ausführungen für eine mögliche Freimaurerei der Zukunft:
https://www.moderne-freimaurer.de/cms/WS_Reform-der-Freimaurerei-notwendig-Historie.html
– Grundsätzliches und weiterführende Gedanken zum Gottesglauben habe ich jüngst hier geschrieben:
https://www.moderne-freimaurer.de/cms/NS_Von-Gott-und-der-Welt.html

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27 Gedanken zu “Freimaurerei und Gott – Wie verträgt sich das?

  1. ‚Freimaurerei und Gott vertragen sich nicht…‘, das ist die den Ausführungen vorausgestellte Ansicht des Autors. Rein begrifflich trifft diese Feststellung ja 100%ig zu und danach war m.E. der Artikel auch schon erschöpft,

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  2. Das Problem, das nicht nur Br. Scheffler hat, ist, nach meinen Beobachtungen, ein grundsätzliches in der seit vielen Jahren praktizierten, sog. „modernen Freimaurerei“.
    Einerseits stört er sich an der Symbolik = GBaW, heiliges Buch, Ritualinhalte, gleichzeitig scheint er sich mit den Symbolinhalten kaum beschäftigt zu haben.
    Damit steht er allerdings nicht alleine, weil viele, die sich Freimaurer nennen, an gleichem Mangel leiden.
    Das liegt z. T. daran, dass man immer wieder Symbole „säkularisiert“ hat = aus den Ritualen entfernte und die übrig gebliebenen Fragmente in ihrer Zusammenhanglosigkeit oft nicht mehr verstanden werden können.
    Ich teile Jürgens Meinung, was den FO betrifft, weil ich auch der Meinung bin, dass eine Festlegung auf EINE Religion der Universalität der FM widerspricht.
    Was das Symbol des GBaW betrifft, habe ich deshalb kein Problem, weil für mich dieses Synonym eine für Menschen unbegreifbare Kraft definiert, die Ursache der Existenz allen Seins ist.
    Ich kann, wenn er den wissenschaftlichen Aufklärungshintergrund bemüht, allenfalls die Frage nach dem „Wie funktioniert unser Universum“ stellen, niemals aber die Frage WARUM das so ist.
    Diese Frage ist (derzeit) unbeantwortbar.
    Heilige Bücher, ich kenne dieses Symbol nur als „Buch des heiligen Gesetzes“ und das ist für mich kein religiöses Werk, sondern ein Symbol dafür, dass sich auch ein freier Mensch an bestimmte, grundlegende Regeln halten muss. Eine unbeschränkte Freiheit kann es nicht geben, weil meine Freiheit spätestens dann endet, wenn ich auf die Freiheitsansprüche anderer Menschen stoße.
    Und was die „Alten Pflichten“ betrifft, handelt es sich nach meiner Erkenntnis um exakt die Zusammenfassung der Regeln, denen ein freier Mensch, der die Menschen liebt und für sich selbst verantwortlich ist, dann folgen kann, wenn er gelernt hat SICH SELBST zu disziplinieren.
    Manche nennen das die KÖNIGLICHE KUNST.
    Schließlich die Frage der Wirkung der Freimaurerei in der „profanen Welt“.
    Zustimmung insofern, als ich an anderer Stelle das Versagen der Freimaurerei konstatiert habe und eine Ursache darin sehe, dass man sich um die INHALTE der Rituale und vor allem um deren UMSETZUNG IM TÄGLICHEN LEBEN eines jeden einzelnen Freimaurers nicht wirklich kümmert.
    Man bleibt auf einer gesellschaftlichen Ebene hängen – böse Zungen nennen das Vereinsmeierei – kümmert sich um ein harmonisches Miteinander ,was oftdurch das allgemein bekannte „menscheln“ gestört wird und hat auf das wirkliche Leben kaum Einfluss.
    Hinzu kommt, dass man sich wechselseitig Irregularität vorwirft.
    Wer die Wurzeln der Freimaurerei erforscht, erkennt, dass es keine wirkliche „Urloge“ gegeben hat und insofern niemand legitimiert ist anderen Irregularität vorzuwerfen; sei es in den Fragen der „Lehrarten“ oder wer Mitglied einer Loge werden kann oder darf.
    In den letzten 300 Jahren ist es der FM nicht gelungen die hervorragende Idee der Freimaurerei den Menschen im Allgemeinen nahe zu bringen.
    Dabei bietet die Ideologie der Freimaurerei – man verzeihe mir den Eindruck – das Beste, was menschlicher Geist je erkannt hat.
    Nämlich unabhängig von Beeinflussung jedweder ideologischen Richtung durch reine Selbsterkenntnis Menschen zur geistigen Selbständigkeit zu bringen, damit er in der Lage ist, furchtlos und deshalb frei zu leben.
    Das bedarf nach meiner Meinung auch furchtloses Auftreten gefestigter Menschen im Leben. Widerstand gegen jede Art von geistiger Bevormundung, verbunden mit einer ergebnisoffenen Suche nach wissenschaftlicher Sachkenntnis der Welt, philosophischer Offenheit und Durchsetzungsfähigkeit des eigenen freien, aber selbstdisziplinierten Geistes.
    Das bedeutet jeden Tag „unbequem“ zu sein.
    Durch gradliniges eigenes Verhalten im Leben, Freimaurer zu SEIN und nicht nur davon zu reden.
    Bei aller Wertschätzung der Brüder und Schwestern Freimaurer – das ist, meiner Meinung nach, EIN Grund für die Erfolglosigkeit der Freimaurerei, nicht eine vermutete religiöse Festlegung.

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    • Lieber Werner,
      wir haben schon oft darüber diskutiert.

      „…..Einerseits stört er sich an der Symbolik = GBaW, heiliges Buch, Ritualinhalte, gleichzeitig scheint er sich mit den Symbolinhalten kaum beschäftigt zu haben.Damit steht er allerdings nicht alleine, weil viele, die sich Freimaurer nennen, an gleichem Mangel leiden…….“

      Ich habe mich sehr wohl und sehr lange mit der Symbolik in der Freimaurerei beschäftigt – Nur eben nicht in deinem Sinne.
      Symbolik steht für etwas, was nicht festgeschrieben ist. Die Freimaurerei lebt von Deutungen siehe den gBaW – eigentlich Gott aber heute irgend ein schöpferisches Prinzip.
      Ich deute die Freimaurerei ganz anders als womöglich viele Brüder, dich eingeschlossen.
      Für mich hat die Freimaurerei eine ganz klare Aufgabe, die ich in etlichen Artikeln schon beschrieben habe und hier nicht wiederholen möchte.

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  3. Leider geben so ziemlich alle historischen Aussagen einen längst überholten und nicht mehr aktuellen Wissenstand wieder, sowohl die zur Historie der Freimaurerei als auch die zur allgemeinen Geschichte. Die Folgen für die daraus abgeleiteten Gedanken kann sich jeder selbst überlegen. Womit wir bei einem weiteren fundamentalen Irrtum des Autors über die Freimaurerei wären: Die Freimaurerei hat keinerlei eigene gesellschaftlichen Idealvorstellungen, die sie verfolgt oder vermittelt. Sie macht da (anders als die meisten institutionalisierten Religionen) ihren Mitgliedern keinerlei Vorgaben sondern überlässt es jedem Einzelnen, sich seine eigenen Gedanken zu machen und seine eigenen Vorstellungen zu entwickeln, die deshalb höchst unterschiedlich ausfallen können. (Das hat sie mit der mystischen Religionsauffassung gemeinsam, die aus eben diesem Grunde von den institutionalisierten Religionen weitgehend gemieden wird.)

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    • Lieber Michael Ammen,
      ist mir schon klar, dass du so argumentieren musst, ich kenne dich nun schon ein paar Jahre.
      Ich habe klar gestellt, wo in meinem Beitrag die Spekulation anfängst und wo es bisher belegte Geschichte ist (Zumindest die Geschichte, die ich gelesen habe und die mir vor und nach meiner Aufnahme in die Loge auch vermittelt wurde).

      Wenn mir irgendwer damals (vor 15 Jahren) gesagt hätte, Freimaurerei hat mit Religion zu tun und stellt diese Fragen unumstößlich in den Mittelpunkt – Niemals wäre ich Freimaurer geworden.
      Statistiken werden ja kaum mehr, noch nicht einmal intern, veröffentlicht. Aber nach meinen Beobachtungen machen sich neu aufgenommene Brüder nach etwa 5-6 Jahren extrem rar und verschwinden teilweise etwas später auch gänzlich aus der Loge.
      Hat schon mal jemand untersucht, woher das kommen mag?

      Ich kann mich noch gut an eine Umfrage die im Rahmen Projekt 10.000 auf der AFuAM-Webseite gemacht wurde. Ein ganz verschwindend geringer Teil war interessiert an Glauben und Mysterien. Die meisten Teilnehmer wollten gesellschaftliche Themen und brüderlichen Zusammenhalt (aus der Erinnerung). Die Umfrageergebnisse wurden in einem Seminar veröffentlicht aber soweit ich weiß, niemals in der gesamten Bruderschaft.

      Auch ein Vortrag mit anschließender Diskussion von Br. Hans-Hermann Höhmann vor ein paar Jahren in Köln ist mir noch gut in Erinnerung.
      Thema (aus der Erinnerung) „Dürfen wir uns noch humanitäre Freimaurerei nennen?“

      Die Frage, die sich für mich und hoffentlich auch aus dem Artikel ergibt ist doch folgende:
      Warum kann und darf es nicht eine säkulare, humanitäre und sich voll den Gedanken der Aufklärung (Wissen und Fortschritt) verschreibenden Freimaurerei geben?
      Eine christliche, dem Glauben verschriebene Freimaurerei gibt es doch schon im FO.

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  4. Du bestätigst doch, lieber Jürgen, mit Deiner Aussage
    „…….Ich kann mich noch gut an eine Umfrage die im Rahmen Projekt 10.000 auf der AFuAM-Webseite gemacht wurde. Ein ganz verschwindend geringer Teil war interessiert an Glauben und Mysterien. Die meisten Teilnehmer wollten gesellschaftliche Themen und brüderlichen Zusammenhalt……………..“ meine These, dass kaum mehr einer die Idee der Freimaurerei versteht oder gar verinnerlicht hat.
    Im Englischen heißt es :
    Take a good Man and make him better ,
    und das ist m. E. eben durch Selbstreflektion und nicht durch „Geselligkeit“ und „brüderlichen Zusammenhalt“ ( den ich im Übrigen für eine Fiktion halte) zu erreichen.
    Und wenn Freimaurer nach einer Weile das Interesse an der Sache verlieren, dann liegt das vielleicht daran, dass die Logen oft weder den Anspruch auf gesellschaftlichen Anschluß, noch auf Brüderlichkeit oder gar geistiger Weiterentwicklung erfüllen (können).
    Vielleicht ist der Grund für derartiges Abwandern darin zu finden, dass Gästeabende Bilder regelrecht vorgaukeln, die mit dem Logenalltag nichts zu tun haben.
    Der hochgepriesene Idealismus ist genau so wenig vorhanden, wie die Fähigkeit und/oder Bereitschaft zu schulen und zu lernen um einem zugegeben hohen Anbspruch gerecht zu werden.
    Wir sind beisammen, wenn Du von der FM aktive Einflussnahme auf die Gesellschaft und die Welt erwartest.
    Das setzt – für mich – voraus, dass wir unsere Ideale – vermittelt durch unsere Symbole – erkennen, begreifen und leben um sie dann den „Neuen“ entsprechend vermitteln zu können.
    Vielleicht kann dann FM den Menschen die Werte vermitteln, die durch die Religionen schon lange nicht mehr vermittelt werden, ja vielleicht noch nie vermittelt wurden.

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  5. „Wenn mir irgendwer damals (vor 15 Jahren) gesagt hätte, Freimaurerei hat mit Religion zu tun und stellt diese Fragen unumstößlich in den Mittelpunkt – Niemals wäre ich Freimaurer geworden.“

    Auch wenn das für mich schon über 50 Jahre her ist und ich damals entsprechende Konsequenzen gezogen habe – ich kann diese Aussage nur unterschreiben. Religion in dem Sinn, wie der Begriff heute allgemein Verwendung findet, war für mich immer finsterster (Aber)Glaube. Andererseits wäre für mich „Aufklärung“ keine vollständige, wenn sie nicht auch offen wäre für den Bereich, der vielleicht (!) jenseits aller orthodoxen Religionen und Weltanschauungen, aber auch jenseits aller Wissenschaftstheorien möglich ist.

    Meine Lieblingsgeschichte für das, was ich auszudrücken versuche, ist die: Buddha hatte alles gesagt, was gesagt werden konnte. Und ihm war völlig klar, dass er das Wesentliche damit nicht gesagt hatte und auch gar nicht hätte sagen können. Er saß vor all den Mönchen, die auf weitere Worte warteten, an die sie wieder hätten glauben können. Aber Buddha schwieg. Nach einer langen Schweigezeit hob er eine Lotusblume hoch, die er in den Händen gehalten hatte. Alle schauten ihn verständnislos an. Nur ein Einziger lächelte. Ihn erklärte Buddha zu seinem Nachfolger. Leider wurde auch aus dem Buddhismus eine Art Religion gebastelt. Menschen scheinen einen unwiderstehlichen Dang zu haben, aus allem eine Religion machen zu wollen.

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    • Lieber Nitya,

      „….Andererseits wäre für mich „Aufklärung“ keine vollständige, wenn sie nicht auch offen wäre für den Bereich, der vielleicht (!) jenseits aller orthodoxen Religionen und Weltanschauungen, aber auch jenseits aller Wissenschaftstheorien möglich ist….“

      Wissenschaft lebt von Theorien, Logik und nicht von Dogmen. Wissen heißt nicht unbedingt Recht zu haben. Wissen heißt lediglich eine Theorie zu haben, die wissenschaftlich beweisbar oder wenigstens logisch schlüssig ist. Eine wissenschaftliche These schreit nach Gegenthese. Wissenschaft will Wissen schaffen und ist daher immer auf der Suche nach neueren Erkenntnissen. Nach Thesen, die bessere Argumente haben.

      Wie es bei Religionen aussieht, diese Antwort sollte sich jeder, der eine religiös begründete Weltanschauung vertritt selbst beantworten. Aber immer im Gedanken der intellektuellen Redlichkeit.

      http://www.philosophie.uni-mainz.de/Dateien/Metzinger_SIR_2013.pdf

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      • Lieber Jürgen,

        auch Wissenschaft ist in großen Teilen zu einer othodoxen Religion verkommen. Ich sehe überhaupt nichts, was nicht dieser Gefahr unterliegen würde.

        Übrigens würde ich in Frage stellen wollen, dass das Religiöse irgendetwas mit einer Weltanschauung zu tun haben müsste.

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        • Lieber Nitya;
          „…..auch Wissenschaft ist in großen Teilen zu einer othodoxen Religion verkommen…..“

          Ja, das ist sie zweifelsohne, obwohl ich hier nicht von Religion sondern eher von durch Interessen gelenktem Dogma reden würde. Zum großen Teil liegt das sicherlich daran, dass sie sich auch der Gier und dem Gewinnstreben zu unterwerfen hat und oft auch nur noch von diesen Riesenkonzernen und nicht mehr von der Allgemeinheit finanziert wird.

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  6. Mich fasziniert immer wieder der Dogmatismus in dieser Frage. Ich kann es akzeptieren, wenn Freimaurer den Bezug zur Mystik nicht ziehen und ihre freimaurerische Arbeit nur auf das Diesseits beschränken. Da wo es nur um Geselligkeit gibt habe ich etwas mehr Probleme, denn da bekomme ich die Notwendigkeit für die Rituale und Symbole nicht mehr auf die Reihe. Alleine die Frage, welches Licht sie denn nun suchen, könnte ich mir in diesem Kontext nicht mehr beantworten.

    Was ich aber bedaure ist die tiefe Ablehnung, ja fast schon Verachtung für alle die, die sich für die weiter zurück reichenden Einflüsse auf die Freimaurerei interessieren und die Symbole auch zur spirituellen Reife nutzen wollen. Gewisse Parallelen zu den Rosenkreuzern und anderen eher esoterisch ausgerichteten Gruppierungen sind alleine dadurch evident, dass es hier Menschen gab, die auch Freimaurer waren oder umgekehrt und dass in den Ritualen udn Symbolen viele Parallelen zu erkenne sind. Einen flammenden Stern rein weltlich zu interpretieren erscheint mir eine große Herausforderung.

    Warum können wir nicht alle Auslegungen der Freimaurerei (mit Gott, ohne Gott, esoterisch, humanistisch usw.) als Freimaurer so tolerant behandeln, wie wir es gelobt haben? Freuen wir uns doch über die Vielfalt in der Einheit.

    Aufklärung hat nicht zwangsweise etwas mit Agnostizismus zu tun. Vergessen wir nicht, dass es die Hermetiker und Rosenkreuzer waren, die entscheidende Impulse für die Aufklärung in der Renaissance gesetzt haben. Und Pythagoras, Goethe, Novalis, Hesse, Fludd, Newton, Mozart, Thomas Mann und all die anderen hoch gebildeten Geister, die sich in ihrem Werk auf mehr als das weltliche beziehen als fehlgeleitete Schwärmer zu empfinden, erscheint mir nicht angemessen. Wogegen sich die Aufklärung wendet ist der blinde Glaube und die Abhängigkeit von Autoritäten. Eine philosophisch religiöse Auffassung von Welt, Mensch und Kosmos kann schon deshalb nicht zwingend sein, weil nicht alle Aufklärer jede Form von Religiösität abgelehnt haben.

    Im 18. Jahrhundert sind viele Einflüsse zusammen gekommen in der Freimaurerei und wir sollten diese Vielfalt auch schützen und bewahren, denn sie sind ein Teil der Freimaurer Historie und Identität. Einen Bereich immer weiter aus dem Bewußtsein zu tilgen wäre schade um all die, denen die Freimaurerei genau hier etwas zu bieten hat.
    Die Vehemenz, in der manch einer gegen alles mystische in der Freimaurerei vorgeht kann läßt einen vermuten, dass hier und da Verdrängung eine Rolle spielt. Ohne eigene Ängste könnte man viel offener und freier damit umgehen.
    Man muss eine Meinung nicht teilen, um sie zu respektieren. Genau das sollten wir als Freimaurer beherrschen, denn wie sonst wollen wir ein Beispiel sein und durch unser Tun in der Welt wirken?

    Wenn wir nicht mehr als ein Männerstammtisch mit Regeln wären, dann wird es meines Erachtens schwer, die Bedeutung des Bundes auf Dauer zu erhalten. Sehr wohl sollten wir aber Platz unter uns lassen, für die, denen genau danach der Sinn steht.

    Mein Plädoyer gilt also der Offenheit und der Toleranz und dem Bewußtsein, dass wir in der Freimaurerei einen Schatz haben, den es zu bewahren und nicht zu profanisieren gilt.

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    • Lieber Kai,

      „…..Mich fasziniert immer wieder der Dogmatismus in dieser Frage…..“

      Ehrlich gesagt, mich auch. Ich hoffe, wir beiden meinen dasselbe.
      Dogmatisch wird ein „Großer Baumeister aller Welten“ gefordert.
      Auch dogmatisch wird eines der 5 festgeschriebenen „Heiligen“ Bücher gefordert.

      All dies haben die säkularen Brüder zu tolerieren, während man sich schon Gedanken darüber macht, dass z.B. ein muslimischer oder ein jüdischer Bruder nicht auf die Bibel schwören möchte und ihm ersatzweise gestattet, den Koran oder die Tora aufzulegen, obwohl doch beide einen gleichen Ursprung haben. Was ist mit meinen Menschenrechten der Vereinten Nationen, die ich als eines der besten Grundgesetze der Menschheit verstehe?

      Also geht es noch? Mit welchem verschiedenen Maß wird denn hier gemessen? Das sollten gelernte Baumeister besser im Griff haben.

      „….Da wo es nur um Geselligkeit gilt habe ich etwas mehr Probleme, denn da bekomme ich die Notwendigkeit für die Rituale und Symbole nicht mehr auf die Reihe…..“

      Geselligkeit ist schon wichtig, aber nicht Bestandteil meines Artikels. Ich sehe die Arbeit an dem fiktiven Bau als Metapher für eine humane Gesellschaft als das zentrale Ziel der Freimaurerei. Ich dachte, dass hätte ich zum Ausdruck gebracht.

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  7. Lieber Jürgen,

    vielleicht bin ich in meinem Kommentar tatsächlich zu weit gegangen und habe Dinge hinein gebracht, die Du gar nicht in Deinem Artikel geschrieben hast. Daraus erkennst, Du dass mich das Thema sehr bewegt.
    Deine Position halte ich für vollkommen berechtigt und respektiere diese Ausrichtung. Unabhängig davon dass ich im Sinne der Aufklärung eine vollkommen andere Auffassung von der Freimaurerei habe. Wer weiß schon was richtig und was falsch ist und warum soll es nicht mehrere Wahrheiten geben.

    Mir ging es in meinem Kommentar im Grunde darum, dass ich dafür werbe, diese Position ebenso wie die gegenteilige in unserem Bund zu akzeptieren und zu wertschätzen
    Das erfordert natürlich sehr viel Offenheit und Toleranz aber wer, wenn nicht wir sollten diese Herausforderung annehmen. Der jeweils anderen Partei Unzulänglichkeit vorzuwerfen ist mit Sicherheit so falsch wie nicht freimaurerisch. Ich selbst muss mich hier immer zur Ordnung rufen.

    Ich kann mit dem FO wenig anfragen, da ich nicht christlich/kirchlich geprägt bin. Hätte man mir aber gesagt, dass die Freimaurerei nichts mit Religion zu tun hat, dann wäre ich kein Freimaurer geworden. Für mich sind die mystischen und esoterischen Aspekte der FM die Essenz und das Erleben im Ritual sind für mich erbauende Momente. Ohne diese Ebene hätte der Bund keinen Wert für mich.

    Und dass ich bei uns in der Loge eher in der Minderheit bin, tut dem keinen Abbruch. Wir akzeptieren und schätzen uns in unserer Andersartigkeit. Die Loge bietet Platz für viele Ausrichtungen.

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    • Lieber Kai akzeptiert.
      Ich finde jedoch, es ist viel einfacher zu tolerieren, wenn man etwas weg lässt, als etwas, was da ist.
      Warum wird in einigen Logen die Diskussion über Religion strikt verboten?
      Einfach, weil Religion eines der Elemente ist, die neben Macht (auch kirchliche) für die meisten Kriege auf dieser Erde verantwortlich zeichnet.
      Müssen nun säkulare Freimaurer dieses Thema nur mit sich selbst ausmachen? Müssen sie dies alles tolerieren?

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  8. Was mir ganz spontan, als unbedeutens dieses wunderbaren Bundes, dazu einfällt:

    Unterstellen wir einmal, dass es einen Konsens über alle Spielarten der königlichen Kunst gibt,, dass die FM ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist.

    Dann möchte ich die Frage für mich dahingehend beantworten, dass ich lieber nicht in einer gottlosen Gesellschaft leben möchte.

    Mit brüderlichen Grüßen
    Euer Klaus Stieringer

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    • Lieber Klaus Stieringer,
      Ich möchte sehr gern in einer gottlosen Gesellschaft leben.
      Ich möchte in einer aufgeklärten, humanistisch orientierten und freiheitlichen Gesellschaft leben.
      In einer Gesellschaft, die von Dogmen und Indoktrination befreit ist, in der es nicht die Frage gibt, welcher Gott nun der Richtige ist. Ja, das würde unsere Welt sehr viel friedlicher machen.

      Das ist mein Ziel und dafür kämpfe ich.

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  9. Es ist schon spannend wie komplex das Thema ist 🙂 Für mich hat das Thema so gar nichts mit Christentum, Islam, Buddhismus oder anderem zu tun. Das von Dir angesprochene Problem mit Religion und Macht sowie der Gewalt ist natürlich vollkommen richtig. auch ich würde Diskussionen über die richtige Religion nicht führen wollen. Ich betone daher auch nicht den religiösen, sondern den hermetischen Aspekt.

    Mir geht es schlicht um die alten Mysterien, die ich in der Freimaurerei wieder erkenne und die für mich ein wesentlicher Aspekt neben der Brüderlichkeit und der Humanität sind. Das Erkenne Dich selbst gilt für mich in diesem Leben aber eben auch darüber hinaus. Diese Inhalte sind zwar in allen Religionen mal vorhanden gewesen (Urchristen, Sufis, Kabballisten, usw.) aber letztendlich sind sie alles andere als eine Religion im herkömmlichen Sinne oder geeignet, um Macht auszuüben. Viel zu sehr beziehen sie sich auf die individuelle Entwicklung, die jeder selber vollziehen muss bzw. kann. Symbole und Rituale können lediglich helfen, universelle Dinge zu begreifen, die der Intellekt alleine nicht fassen kann.
    Somit empfinde ich die Freimaurerei als potentiell initiatorisch.

    Würde mich freuen, Dich mal in der realen Welt kennen zu lernen und über das Thema zu diskutieren.

    Mit großem Respekt, d.:d.:u.:h.:Z.: Dein Bruder Kai

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  10. Lieber Jürgen,

    du schriebst: „Wissenschaft lebt von Theorien, Logik und nicht von Dogmen. Wissen heißt nicht unbedingt Recht zu haben. Wissen heißt lediglich eine Theorie zu haben, die wissenschaftlich beweisbar oder wenigstens logisch schlüssig ist. Eine wissenschaftliche These schreit nach Gegenthese. Wissenschaft will Wissen schaffen und ist daher immer auf der Suche nach neueren Erkenntnissen. Nach Thesen, die bessere Argumente haben.“

    Was du da beschreibst, ist ein Idealzustand, der real so nicht existiert. So wie du ihn allerdings artikulierst, wirkt er auf mich wie ein Glaubenssatz, der nicht mehr hinterfragt wird und damit zum Dogma geworden ist. Mit deiner Wortwahl rückst du für mich bedrohlich in die Nähe von orthodoxen Religionen. Wenn wir Jiddu Krishnamurtis Hinweis betrachten, dass das Wort nicht das Ding sei, könnten wir vielleicht auf die Idee kommen, dass wir tatsächlich das Wort und das, wofür es steht, ständig miteinander verwechseln. „Wissenschaft“ ist nur ein Wort, „Religion“ ebenso und „Freimaurerei“ genauso. Sie existieren nur als Vorstellungen in unserem Geist. Fangen wir an, sie für wirklich zu halten, sind wir Gläubige geworden. Der Wahlkampf für den Bundestag hat ja nun schon wieder begonnen und auch in diesem Jahr wird es zugehen wie in jedem Wahlkampf. Es wird von Sicherheit die Rede sein, von Freiheit, von Wohlstand, von Demokratie, … alles nur Worte, an die geglaubt wird oder auch nicht. Wo ist der Unterschied zu irgendwelchen religiösen Veranstaltungen?

    „Wissenschaft will Wissen schaffen und ist daher immer auf der Suche nach neueren Erkenntnissen“, schreibst du, und ich sage: Wissenschaft will gar nichts, da sie keine mit Wollen ausgestattete Entität ist. Hier wird Wissenschaft personifiziert – etwa in der Art, wie das Noumenon personifiziert wurde zu der Parson namens Gott, Allah oder wie auch immer. Ganz abgesehen davon, dass Ideal und Wirklichkeit bei dem Thema Wissenschaft weit auseinanderklaffen, kann ich nur feststellen: Es gibt sie nicht außer als Vorstellung. So, wie es Gott nicht gibt außer als Vorstellung.

    Ich sehe also keinen prinzipiellen Unterschied zwischen einer Freimaurerei mit oder ohne Gottesbezug. Ich sehe sehr wohl einen Unterschied zwischen einer Haltung, die im Denken und Vorstellen verhaftet ist, und einer Haltung, die zumindest die Frage stellt, wer oder was das eigentlich ist, der oder das da denkt. Es ist die Frage nach dem reinen Bewusstsein, jenseits aller Gedanken und Vorstellungen. Soweit kann ich noch mit dem Denken kommen, dass ich mir diese Frage stellen kann. Darüber hinaus gibt e nur ein Erleben, dass ich auch bin ohne Gedanken und Vorstellungen. Wir alle kennen zumindest Momente, in denen wir das erleben. Nur haben sie offensichtlich für die meisten unter uns keinerlei Bedeutung, dabei wird uns in diesen Momenten das wirklich Wirkende offenbar. Buddha hat darauf hingewiesen, Jesus und viele andere. Aber leider hat sie kaum jemand verstanden und man hat lieber eine Religion daraus gebastelt und sie damit wenigstens unschädlich gemacht, falls man sie nicht gleich verbrannt hat.

    René Descartes greift mit seiner Beweisführung einfach zu kurz, wenn er sagt: „Ich denke, also bin ich.“ Die wesentliche Frage müsste sein: „Wer bin ich?“ oder „Wer ist Ich?“ Ist „Ich“ vielleicht nur ein Gedanke? Und damit wären wir schon wieder bei Buddha, Jesus und vielen anderen. „Alle Menschen werden Brüder …“ ist nur eine Hoffnung, ein hübscher Gedanke. Wenn „Ich“ nur ein Gedanke ist, sind wir schon immer viel mehr als nur Brüder. Wir waren nie getrennt, wir haben es nur vergessen.

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    • Lieber Nitya,

      „….Was du da beschreibst, ist ein Idealzustand, der real so nicht existiert….. “

      Das stimmt. Es ist in meinen Augen ein Idealzustand, den es anzustreben gilt.

      „….So wie du ihn allerdings artikulierst, wirkt er auf mich wie ein Glaubenssatz, der nicht mehr hinterfragt wird und damit zum Dogma geworden ist…..“

      Das verstehe ich nicht ganz. Ich schrieb ja ganz eindeutig „Wissenschaft will Wissen schaffen und ist daher immer auf der Suche nach neueren Erkenntnissen“. Dies würde ja, falls es denn beweisbar oder logisch schlüssig wäre, sogar einen Gottesbezug mit einschließen.

      Im Moment ist es tatsächlich so, dass ich mich allem verweigere, was diesen Ansprüchen in meinen Augen nicht genügt. Dazu gehören natürlich auch Teile der FM.

      Lieber Nitya, in der Zeit, als die Gottesvorstellungen entstanden sind, wusste kein Mensch, woher er kommt, wohin er gehen wird. Keiner wusste etwas über unser Universum. So lag es auf der Hand, eine höhere schöpferische Kraft zu definieren (möglichst sogar nach eigenem Vorbild). Dies scheint mir logisch begründbar.

      Gerade in den letzten 50 Jahren hat unser Wissen, was das Universum und dessen Entstehung anbelangt, dramatisch zugenommen. Wenn man den täglich neuen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Weltraumforschung in den einschlägigen Quellen folgt, kann einem schon schwindlig werden. Und ich gebe zu, ich verstehe auch lange nicht alles. Religionen bleiben ähnlich wie die FM in ihren alten Wurzeln gefangen. Sie sind kaum in der Lage, ihr Weltbild den neuen Gegebenheiten anzupassen.
      Man schaue nur einmal, wie der Islam von allen Kulturen versucht, Besitz zu ergreifen.

      Das ist der Grund, warum ich mich davon vollkommen getrennt habe und versuche, mein Weltbild nach rein weltlichen Vorstellungen aufzubauen. Und es hat tatsächlich etwas sehr befreiendes.

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      • Lieber Jürgen,

        wir bewegen uns anscheinend auf sehr unterschiedlichen Ebenen, und so sieht es für mich so aus, als hätte unser kleiner Austausch bisher keinerlei Bewegung erzeugen können. Mich interessieren Bilder oder Vorstellungen nicht wirklich. Mich interessiert, was ist. Man kann sich mit Bildern und Vorstellungen dem, was ist, ein wenig annähern, aber letztlich können wir mit unserem Verstand, seinen Gedanken, Bildern und Vorstellungen, das, was ist, nie erreichen. Die Quantenphysiker sagen, wir kennen immer mehr Details, aber wir wissen immer weniger. Eigentlich wissen wir überhaupt nichts. Das hatte Sokrates schon vor langer Zeit erkannt. Ich sehe, dass die sog. Wissenschaft Unglaubliches erreicht hat und bin Nutznießer ihrer Ergebnisse und doch muss ich sehen, wie die Welt in ihre Selbstvernichtung treibt. Eben noch dachten wir „Aufgeklärten“, wir hätten den Wahnsinn der orthodoxen Religionen hinter uns gelassen, ein Blick etwa auf die Luther-Veranstaltungen belehrt uns eines Besseren. Die Religionen sind wieder im Vormarsch. Irrsinn und Gewalt treiben die schrecklichsten Blüten. Ich kann deine tiefe Skepsis auf alles, was Religion ist, vollkommen nachvollziehen und stimme dir in diesem Punkt gerne zu.

        Vielleicht magst du bei den nächsten Gedanken einfach mal mitgehen: Stell dir vor, ich sage zu dir, du mögest dich um den kümmern, der diese Zeilen gerade liest. Vielleicht sagst du jetzt: Also den kenn ich wirklich zur Genüge! Aber mir zuliebe guckst du nach, wer der Lesende ist. Wer ist das, der liest. „Na ich natürlich“, denkst du vermutlich. Dann würde ich dir sagen: Das ist nur ein Gedanke. Du bist mit etwas identifiziert, zu dem du „ich“ sagst. Aber wer ist „ich“? Na ja, würdest du vielleicht sagen, meine Gedanken, meine Gefühle, meine körperlichen Empfindungen, meine Vorstellungen und Visionen, … Dann würde ich weiter fragen: Und was ist das, was das alles wahrnimmt?

        Ich mach’s kurz. 😉 Die Antwort ist Bewusstheit. Bewusstheit ist etwas anderes als Bewusstsein, das mit irgendetwas identifiziert ist. „Ich bin ein Mann“, ist identifiziertes Bewusstsein, „ich bin Freimaurer“ ebenso. Bewusstheit ist mit nichts identifiziert. Es ist reines, unpersönliches Gewahrsein. Da es kein Objekt ist, sondern reines Subjekt, kann es wissenschaftlich nicht erfasst werden. Es ist aber mehr als ein Glaube, wie jeder jederzeit feststellen kann, es aber nicht feststellt, weil ihm diese Offensichtlichkeit einfach entgeht. Entgeht, weil es kein Objekt ist. Wissenschaft beschäftigt sich mit Objekten, Religion beschäftigt sich mit Objekten und seien es nur vorgestellte Objekte, mit „No-Thing“ (Bewusstheit) haben sich nur ganz wenige beschäftigt, aber diese wenigen sind auf der ganzen Welt zu finden. Sie sind wie eine geheime Bruderschaft. Sie existieren meist ohne die geringste Ahnung davon zu haben, dass sie existieren. Da sie in einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Bedingungen lebten, nennt man sie taoistische, buddhistische, christliche, islamische, … Mystiker, was dazu geführt hat, dass man die Zuschreibungen für das Wesentliche und das Eigentliche für unwesentlich erachtete. Und der Begriff Mystik wurde meist nur noch als ein mysteriöses, nebulöses Zeug, das niemand begreift, verstanden. Dabei geht es in aller Mystik letztlich nur um dieses Eine: Wer liest diese Zeilen? Bin ich diese unpersönliche Bewusstheit oder irgendein benennbares Ding? Das, lieber Jürgen, hat nicht nur etwas Befreiendes, das ist absolute Freiheit.

        Wenn diese Welt sich nicht bald auf ihre Bewusstheit besinnt, wird sie sang und klanglos zerstört werden mitsamt ihren Religionen und ihrer Wissenschaft. Bewusstheit ist das, was alle Religionen, was alle Wissenschaft und Aufklärung weit hinter sich lässt.

        So, ich entschuldige mich, dass ich so viel Platz eingenommen habe. Aber ich habe es nicht kürzer hingekriegt und hätte eigentlich noch viel mehr schreiben wollen.

        Asche auf mein Haupt, aber vorher noch einen herzlichen Gruß.

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  11. Lieber Kai,
    Du sprichst mir aus der Seele.
    Freimaurerei ist, für mich, nicht nur potentiell initiatorisch, sondern wirklich, weil sie die persönliche Entwicklung fördert, aber vor allem fordert.
    Im Sinn des > von innen kommend und wirkend < ist Freimaurerei für mich -wohlverstanden – durchaus esoterisch.
    Symbole und Rituale verfehlen allerdings jede Wirkung, wenn sie nicht vom eigenen Innersten begriffen und vor allem im täglichen Leben praktiziert werden, oder der Einzelne sich zumindest ernsthaft darum bemüht.
    Das ist es, was ich meine, wenn ich gelegentlich erwähne, dass sich jemand nicht mit den RitualINHALTEN beschäftigt habe.
    Leider ist es in manchen (vielen?) Logen so, dass das Ritual als „Humanismus mit Verkleiden“, wie mir einmal ein MvSt. es erklärte, verstanden wird.
    Freimaurerei ist allerdings mehr – Für mich ein Angebot von Werten, die in einer Zeit in der Werteverfall beklagt wird, die der Gesellschaft gangbare Alternativen anbieten (können).

    Gefällt 1 Person

  12. Ich freue mich sehr über diese Diskussionen!

    Da waren für mich einige ganz wertvolle Impulse bei! Manchmal sind die daraus entstehenden Diskussionen halt genauso wichtig wie der ursprüngliche Text.

    Inhaltlich habe ich mich ganz bewusst rausgehalten, um meinem Artikel zum Thema (Teil 3 im März) nicht vorzugreifen. Ihr dürft also gespannt sein. 😉

    Vielen Dank an Euch!

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  13. Pingback: Freimaurertum und Gott – Eine Zusammenarbeit – freimaurergedanken.com

  14. Leider bin ich erst jetzt auf diese Diskussion gestoßen, so dass mein Kommentar vermutlich niemanden mehr berührt. Egal, auf geht`s.
    Nach meiner Meinung muß man die alten Pflichten im Kontext ihrer Entstehungszeit sehen. Einer Zeit, in der nur wenige Jahre vor ihrer Veröffentlichung noch Scheiterhaufen in Schottland brannten. So betrachtet gehörte damals Mut dazu von einem Glauben zu sprechen in dem alle Brüder übereinstimmen. Einer „Religion“, die allen Glauben einschließt – auch den Unglauben? -. Denn für die Kirchen bedeutete das ja nicht weniger, als das sie ihren jeweiligen Alleinstellungsanspruch verlören. Und die Macht der Kirchen war in dieser Zeit unvergleichlich viel weitergehend, als das heute der Fall ist.
    D.h. Anderson hat sich schon ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt mit dieser Aussage. Ein mehr wäre ihm wohl ziemlich schlecht bekommen.
    Warum haben wir heute nicht den Mut endlich eine Neue Pflicht aufzulegen und den Glauben zu definieren in dem wir Freimaurer alle übereinstimmen müssen, denn ansonsten dürfen wir uns nicht Freimaurer nennen, DIE MENSCHENRECHTE und nicht irgendeinen obskuren Gott, einen GBAW.

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Bruder Dieter!

      Was Andersons Pflichten angeht, kann ich dem, was Du geschrieben hast, zustimmen. Es steht für mich aber nicht im Widerspruch dazu, dass Anderson, meiner Meinung nach, einen Gottesbegriff definiert, wie er sich auch bei den Mystikern der Religionen findet. Und dieser Gottesbegriff ist immer zutiefst undogmatisch.

      Und auch die Idee der Menschenrechte und die Idee eines Großen Baumeisters schließen sich meines Erachtens nicht aus.

      Ich würde sogarnoch weiter gehen: Das, was das Freimaurertum ausmacht, ist das Zusammenführen von einem rationalen Anteil (Humanismus) und einem intuitiven Anteil (Esoterik, Spiritualität). Nur wenn beides zusammengeführt und zu einem Ausgleich gebracht wird, ist das Freimaurertum vollständig. Lässt man eine Seite weg, ist es, als schneide man einem Vogel einen seiner beiden Flügel ab.

      Gesegneten brüderlichen Gruß!

      Hagen

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