#Gedanke: Dieser Tag

„Sieh, was der Tag Dir bringt
und welches Lied er für Dich singt,
es ist für Dich bestimmt.

Der Tag ist für dich vorgesehen,
lass ihn nicht vorübergehen.
Er kann dir alles geben,
die beste Zeit in deinem Leben.

Ein sorgenfreies Leben
wird es für Dich nicht geben.
Ganz gleich, ob es uns gefällt,
jeder Tag ist die Begegnung mit uns selbst.

Der Tag ist Dir geweiht,
verschwende keine Zeit.
Lebe jetzt und hier
und begrabe ihn tief in Dir.“

(Böhse Onkelz,
aus: Keine Zeit)

#Gedanke: Alle Liebenden

„Denn da alle Liebenden,
innerlich immer noch Kind,
und da die, die reinen Herzens handeln,
unsere größten Helden sind,
rette ich die Welt
mit Deiner Liebe in mir,
denn ich bin für Dich da,
nein, ich bin wegen Dir hier.

Da Dir die Fähigkeit zu lieben
geblieben ist,
und die Kraft zu vergeben
ein Bestandteil deines Lebens ist,
wurde ich erweckt,
und was tief in mir schlief
führt nun Feder,
und schreibt Dir diesen Liebesbrief.“

(Thomas D,
aus: Liebesbrief)

Die Zeit der Ernte

In einer Zeit, als eine fast schon vergessen geglaubte Kälte sich in die Morgenstunden schlich … als die Sonne in den Abendstunden die wundervollsten Gemälde an den Himmel zu malen begann … als die Tage langsam kürzer wurden …

… Da fingen sie wieder an, ihre Netze zu weben. Die Spinnen, die das Kreuz tragen. Diese lautlosen Weberinnen aus dem Verborgenen. Sie spannten ihre Netze auf zwischen den Zeiten. Und dort verharrten sie. Um am Abend die letzten warmen Sonnenstrahlen einzusammeln. Und am Morgen die ersten kühlen Tropfen des Raureifs.

Wie stumme Herolde verkünden sie seither unermüdlich: Ein Jegliches hat seine Zeit gehabt! Die Zeit des Aussäens. Die Zeit des Wachsens. Die Zeit des Reifens.

Und es war der Sommer, der sein Übriges dazugetan hatte. Er hatte mit seinem Leben und seinem Überfluss verwöhnt. Seine Sonnenstrahlen waren kraftvoll und warm gewesen. Seine Regenschauer mild und ausgiebig. Was ausgesät war, wuchs. Was gewachsen war, reifte. Was gereift war, brachte Frucht.

Doch jetzt verkünden die Spinnen, die das Kreuz tragen, dass die Zeit der Ernte anbricht. Während die Kraft des Sommers allmählich schwindet, gilt es, seinen Ertrag einzufahren.

Und voller Dank im Herzen auf eine reichhaltige Ernte zu blicken. Dankbarkeit. Für das, was zurückliegt. Für das, was die Zeit gebar. Und Hoffnung. Für das, was vor uns liegt. Für das, was da kommen mag.

Denn die Spinnen, die das Kreuz tragen, weisen auch weit über sich selbst hinaus. Auf eine Zeit, in der die Felder brachliegen werden. In der nicht mehr gesät und nicht mehr geerntet werden wird. In der uns nur das nähren wird, was wir irgendwann einmal geerntet haben. Eine Zeit, in der auch sie nicht mehr sein werden: Die Spinnen, die das Kreuz tragen…

Mein ZEN-Meister

Vor 9 Wochen erblickte unsere Tochter das Licht der Welt. Sehr schnell entdeckten sie und ich ein gemeinsames Ritual: Nachdem sie am späten Abend getrunken hat und von uns gewickelt worden ist, nehme ich sie auf den Arm und trage sie in den Schlaf. Allabendlich drehen wir so gemeinsam unsere Runden in ihrem Zimmer. Zunächst starren ihre wachen Äuglein noch aufgeregt in der Dunkelheit umher. Bis die Kleine sich dann schließlich in meinen Arm einkuschelt und ihre Augen nach und nach zufallen. Und irgendwann nur noch regelmäßiges, zufriedenes Atmen zurückbleibt. In diesen Momenten kann ich meine Dankbarkeit für dieses kleine Wesen kaum fassen.

Eines jedoch ist mir dabei aufgefallen: Je krampfhafter ich will, dass sie endlich schläft, desto länger dauert es, bis sie tatsächlich einschläft. Und oftmals ist ihr Schlaf dann auch nur ein oberflächlicher. Je mehr ich jedoch innerlich bei ihr und in dieser gemeinsamen Situation ankomme und je weniger ich die Absicht verfolge, sie in den Schlaf bringen zu wollen, desto schneller und desto besser schläft sie schließlich ein.

Ich glaube, das, was meine Tochter mich in diesen Situationen lehrt, ist Absichtslosigkeit. Die Fähigkeit, Dinge um ihrer selbst Willen zu tun. Und nicht, um irgendwann irgendetwas etwas zu erreichen.

Einer Gesellschaft, die durch Jahrhunderte des Kapitalismus geprägt ist, fällt es schwer, etwas mit Absichtslosigkeit anzufangen. Denn in der Regel hat alles, was wir tun, einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Das Endziel solch einer materialistisch geprägten Gesellschaft ist immer Geld zu verdienen. Geld, um partizipieren zu können. Geld, um konsumieren zu können. Geld, um bestimmen zu können. Eine Tätigkeit hat nur noch den Wert, der dem fiskalischen Nutzen entspricht, den sie für mich einmal haben wird. Und so haben wir uns nach und nach eine Lebenseinstellung angeeignet, die unser gesamtes Leben in eine einzige Kosten-Nutzen-Rechnung zwängt. Ich tue etwas, damit ich irgendwann mal etwas davon habe.

Gelegentlich lese ich in den Gleichnissen des ZEN-Buddhismus und denen der christlichen Wüstenväter. In beiden monastisch geprägten Traditionen scheint die Tugend der Absichtslosigkeit einen hohen Stellenwert zu haben. Immer wieder werden die Schüler angehalten, Tätigkeiten um ihrer selbst Willen auszuüben und nicht, um dadurch ein in der Zukunft liegendes Ziel zu erreichen.

Das überspitzt sich schließlich bis hin zu folgendem Paradox: Auf der einen Seite wird den Schülern beigebracht, dass sie hart und diszipliniert dafür arbeiten müssen, um Erleuchtung zu erlangen. So gilt es, sich einem strikten Tagesablauf zu unterwerfen, regelmäßig in die Stille zu gehen und sich Disziplinen wie das Fasten aufzuerlegen. Doch auf der anderen Seite wird den Schülern beigebracht, dass dies alles nicht notwendig ist, um Erleuchtung zu erlangen. Viel mehr: Sie können Erleuchtung nur erlangen, wenn sie das Bedürfnis, erleuchtet zu sein, aufgeben. Sie müssen es also aufgeben, ihre monastischen Disziplinen mit dem Ziel auszuüben, Erleuchtung zu erlangen. Das entbindet sie nicht von der Notwendigkeit, diese Disziplinen zu üben. Lediglich ihre innere Einstellung zu diesen Disziplinen muss eine absichtslose sein.

Ein Paradox, das durch den Verstand nicht aufzulösen ist. Aber dadurch ist es nicht weniger wahr. Ganz im Gegenteil: Meine Erfahrung ist: Je tiefer und je reifer ein spiritueller Weg ist, desto höher ist die Fähigkeit, solche Paradoxe stehenlassen zu können. Und nicht rational auflösen zu müssen.

Doch warum eigentlich hat Absichtslosigkeit in diesen monastischen Traditionen solch einen hohen Stellenwert? Ich glaube, weil Absichtslosigkeit eine der großen Lehrerinnen ist, die uns in die Gegenwärtigkeit führen kann. Denn das Leben geschieht ausschließlich im gegenwärtigen Moment. Gott offenbart sich ausschließlich und vollkommen im gegenwärtigen Moment. Nicht im Rückblick auf die Vergangenheit und nicht im Vorgriff auf die Zukunft. Ausschließlich im Hier und Jetzt. Wenn ich aber etwas tue mit der Absicht, ein in der Zukunft liegendes Ziel zu erlangen, so verpasse ich den gegenwärtigen Augenblick. Und damit das Leben und auch Gott.

Während ich an diesem Artikel schrieb, stieg in mir die Frage auf, mit welcher Motivation ich eigentlich ins freimaurerische Ritual gehe. Tue ich dies nicht auch, um etwas zu erlangen? Sei es Selbsterkenntnis? Sei es Erleuchtung? Oder sei es auch nur ein meditativer Zustand? Könnte es nicht ein wesentlicher Bestandteil des freimaurerischen Weges sein, zu lernen, absichtslos ins Ritual zu gehen? Und absichtslos im Ritual zu verweilen? Weil sich nur so dieses Ritual in seiner ganzen Dimension entfalten kann?

Ich weiß es nicht sicher. Doch ich will diesen Impuls in mir weiter nachwirken lassen. Und bis dahin darf meine Tochter mich weiter Absichtslosigkeit lehren. Abend für Abend. Sie, meine kleine ZEN-Meisterin…

Vor der Ampel

Manchmal sind es ganz alltägliche Situationen, die einem mehr über einen selbst offenbaren, als einem lieb ist. Ich hatte letzt so ein Aha-Erlebnis, als ich im Auto unterwegs war.

Ich fuhr auf folgende Situation zu; war aber noch etwa 400 Meter von ihr entfernt: Eine Ampel stand auf Grün. Etwa Hundert Meter vor dieser Ampel hatte ein LKW gehalten; wohl zum Be- und Entladen. Da Gegenverkehr kam, stauten sich hinter diesem LKW bereits drei Autos auf.

Während ich mich dieser Situation näherte, begannen meine Gedanken sich plötzlich zu verselbstständigen: „Hoffentlich komme ich noch bei Grün über die Kreuzung! – Was ist, wenn auch ich hinter dem LKW halten muss? – Wenn ich zu lange hinter dem LKW warten muss, komme ich nicht mehr bei Grün über die Kreuzung! Und dann komme ich zu spät zu meinem Termin! – Und das legt man mir sicherlich als Unhöflichkeit aus!“ Ich merkte, wie ich unruhig und fahrig wurde. Stress stieg in mir auf.

Als ich mich dem LKW aber bis auf etwa hundert Meter genähert hatte, war der Gegenverkehr vorüber. Die Autos, die hinter ihm gehalten hatten, setzten nun an ihm vorbei. Und auch ich selbst kam noch in derselben Grünphase der Ampel über die Kreuzung.

Viel Lärm um nichts also. Mal wieder. Doch im Nachhinein offenbarte mir diese Situation zwei Dinge über mich:

1: Mein Verstand neigt dazu, nicht in der Gegenwart zu sein. Wäre ich in dieser Situation einfach nur gegenwärtig gewesen, wäre ich über die Kreuzung gefahren, ohne mir irgendwelche Sorgen zu machen. Ich hätte mir eine Menge unnötigen Stress erspart. Stattdessen kreisten meine Gedanken um eine Situation, die noch vor mir lag. Einen Situation, die ich in dem Moment noch gar nicht beeinflussen konnte. Eine Situation, von der ich noch nicht einmal wissen konnte, ob sie überhaupt eintreffen würde.

2: Mein Verstand neigt dazu sich Sorgen zu machen. Und diese darüber hinaus auch noch zu übertreiben. Die Situation, um die es ging, war eine komplett harmlose, wie man sie tagtäglich im Straßenverkehr erleben kann. Und doch machte mein Verstand etwas Riesengroßes draus. Mit den schlimmsten Konsequenzen. Die Anhaltspunkte für ein derartiges Horror-Szenario waren mehr als gering. Und doch nutzte mein Verstand sie, um das Ganze in den schlimmsten Farben auszumalen.

Witzigerweise ist genau dies einer der Hauptkritikpunkte von spirituellen Lehrern wie z.B. Eckhart Tolle oder Richard Rohr am westlichen Menschen des 21. Jahrhunderts: Dass dieser sich zu viel in seinem Verstand aufhält. Denn dem Verstand ist es nahezu unmöglich, einfach nur (gegenwärtig) zu sein. Entweder blickt er zurück und bedauert oder rechtfertigt die Vergangenheit. Oder er blickt – wie in meinem Fall – nach vorne und befürchtet oder erträumt die Zukunft. Nur eines ist er in der Regel nicht: Gegenwärtig.

Und dabei ist doch ausschließlich der momentane Augenblick der Ort, an dem das Leben geschieht. Der Ort, an dem Gott sich voll und ganz offenbart. Es ist an uns zu lernen, im Hier und Jetzt zu verweilen, um in genau diesem Bewusstsein leben zu können.

Und so zeigte mir diese Begebenheit wieder mal nur, dass es eine Sache ist, über spirituelle Prinzipien zu schreiben und eine andere, nach diesen im Alltag auch zu leben. Mal wieder klaffte bei mir eine riesige Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Mein Verstand hatte sich verstrickt und hing irgendwo weit hinten in einer fiktiven Zukunft fest.

Und somit brachte ich mich um das, was dieser Moment der Autofahrt für mich parat gehabt haben könnte: Die wundervolle Landschaft um mich herum; das überwältigende Schauspiel von Sonne und Wolken am Himmel; das Lächeln des Fußgängers, der mir entgegen kam; die Katze, die auf dem Torpfosten lag und ihre Umgebung beobachtete, als gäbe es nur diesen einen Augenblick in ihrem ganzen Leben.

Vielleicht hätte ich mir mal wieder bewusst sein können, dass ich mit all dem um mich herum auf einer tieferen Ebene verbunden bin. Dass ich eins bin mit all dem. Vielleicht…

Der große Fluss

Jeden Morgen überquere ich den großen Fluss. Auf meinem Weg zur Arbeit in die pulsierende Metropole.

Umgeben von Menschen mit Kopfhörern auf den Ohren und Displays vor den Augen. Nicht wahrnehmend, was ihnen ihre Umgebung zu sagen hat. Unachtsam für die ganzen kleinen Details des Alltags. Und viel zu oft bin ich selbst nur ein Teil dieser grauen, unachtsamen Masse. Kopfhörer auf den Ohren, ein Display vor den Augen. Konsumieren und betäuben statt wahrnehmen.

Manchmal jedoch gelingt es der morgendlichen Sonne, einzelne der Fahrgäste zu berühren. Dann beobachte ich sie heimlich. Wie sich ihre Blicke in der Weite, die sich auf der anderen Seite des Waggonfensters auftut, verlieren. In der Weite des großen Flusses, der der Sonne entgegenfließt. Bis zum Horizont. Und irgendwo dort ganz hinten kommen sie mit sich selbst in Berührung.

Manchmal bin es aber auch ich, dessen Blick sich in dieser Weite verliert. Es ist, als bliebe die Zeit stehen. Nur für diesen einen Augenblick. Und dann steigt so etwas wie Ehrfurcht in mir auf. Ehrfurcht und Dankbarkeit. Für einen kurzen Augenblick bedauern meine Gedanken nicht die Vergangenheit oder befürchten die Zukunft. Sondern sind präsent, im Hier und Jetzt. Und für einen kurzen Moment erahne ich, was die Mystiker der verschiedenen Traditionen mit den Worten „Eins-Sein“ und „Verbunden-Sein“ gemeint haben könnten… Bis mich dann plötzlich am Bahnfenster vorbeirasende Lärmschutzwände aus diesem Moment wieder jäh herausreißen.

Solche Momente zeigen mir, dass der große Fluss, den ich tagtäglich überquere, so viel Essentielles zu erzählen hat. Von dieser Welt und von diesem Leben.

Und gerade jetzt im Herbst benutzt er so mächtige Bilder dafür. Den einen Morgen liegt er zugebettet in dichtestem Nebel. Den anderen Morgen taucht ihn die Sonne in Farben so wundervoll, dass mir die Worte fehlen. Eingerahmt vom prachtvollen Bunt der Bäume, die seine Ufer säumen. Ein Anblick, dessen Erhabenheit nur betrachtet und genossen, nicht aber eingefangen und konserviert werden kann. Ein Anblick, der mir bewusst macht, dass ich Teil von etwas viel Größerem bin, als dass ich und mein kleines Ego es je fassen könnten.

Und trotzdem schwingt in diesem Bild auch eine seltsame Melancholie mit. Denn der Herbst lässt auch keinen Zweifel daran, dass die Zeit des Lichtes, die Zeit der Fruchtbarkeit und die Zeit des Überflusses im Sterben liegt. Der Sommer wird schwächer von Tag zu Tag. Unwiderbringlich. Und schließlich wird er sterben. Vor uns liegt der lange und beschwerliche Weg durch das Dunkle. Es ist, als wolle uns der Herbst eine schöne Erinnerung, einen Funken Hoffnung mit auf diesen Weg geben.

So erzählt mir der große Fluss die ewige Geschichte vom Werden und Vergehen. Und gleichzeitig erzählt er mir von der Hoffnung, dass auf jedes Sterben auch ein Auferstehen folgt.

Unwillkürlich fühle ich mich an den Satz erinnert, der mir auf meinem Weg durch das freimaurerische Ritual an unterschiedlicher Stelle begegnet ist: “Kein Leben ohne Tod. Kein Tod ohne Leben.“ Aus diesem Satz spricht jenes alte Wissen, dass in allem Leben das Sterben bereits angelegt ist. Gleichzeitig aber auch, dass in jedem Tod die Geburt des neuen Lebens angelegt ist. Vielmehr: Das Sterben ist sogar notwendige Voraussetzung dafür, dass etwas neu geboren werden kann.

Und genau diesen Kreislauf von Werden und Vergehen und von Sterben und Auferstehen durchlaufen wir. Jahr für Jahr, Tag für Tag, Atemzug für Atemzug. Daher ist der Tod nicht das Ende, sondern notwendiger Teil der Verwandlung. Das Alte muss sterben, damit das Neue geboren werden kann.

Seit jeher ist es ein wesentlicher Aspekt von Initiationsriten, den Initianten für diese Gesetzmäßigkeiten achtsam zu machen. Ihn diese Gesetzmäßigkeiten rituell erleben zu lassen. Und ihn auf diese Weise in diese Gesetzmäßigkeiten „zurückzuverbinden“. Damit er irgendwann erkennt, dass nicht nur die äußere Welt, sondern auch sein innerer Weg sich in diesen Kreisläufen vollzieht.

Das ist eines der großen Mysterien des Lebens. Von diesem Mysterium erzählt mir das freimaurerische Ritual. Und von diesem Mysterium erzählt mir auch der große Fluss, den ich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit überquere.

Wenn ich achtsam bin, kann ich dieses Mysterium überall in der Natur entdecken. Die Sprache, die die Natur hierfür verwendet, ist für jeden verständlich. Wir nehmen uns nur viel zu wenig Zeit, hinzuschauen und zuzuhören. Denn es scheint viel einfacher, den Kopfhörer auf den Ohren und das Display vor dem Gesicht zu haben. Einfacher, als inne zu halten und einfach nur wahrzunehmen?

Ich habe für mich den Entschluss gefasst, dass der große Fluss mein Lehrmeister sein darf. Er darf mich Achtsamkeit lehren. Achtsamkeit für die Mysterien und Kreisläufe des Lebens. Genauso, wie ich es auch dem freimaurerischen Ritual erlaubt habe…

(Dieser Artikel ist ganz besonders den Freimaurern Horst S. und Gerd-Wilhelm R. gewidmet, die in diesem Jahr – im hohen Lebensalter und doch viel zu früh – ihren Weg in den Ewigen Osten angetreten haben.)