Erhabener Tempel

Wir traten aus dem großen, tiefen Wald heraus auf eine Lichtung. Der Frühling hatte die ersten zarten Blätter und Halme hervorgelockt, die den Boden der Lichtung in ein frisches und saftiges Grün kleideten. Durchsetzt von zahllosen weißen Blüten. Diese verliehen dem ganzen Bild etwas Märchenhaftes. Aus dem grün-weißen Meer erhoben sich einzelne, altehrwürdige Baumriesen. Deren würdevoll mächtigen Kronen wurden langsam vom Frühling wachgeküsst.

Kein von Menschenhand erbauter Tempel hätte jemals so wundervoll und erhaben sein können, wie der Tempel, in dem wir gerade standen. Mein Weggefährte nickte. Er verstand.

Die Situation erinnerte mich an einen Satz, der die Männerarbeit nach Richard Rohr prägt. Dieser besagt, dass der Menschheit zwei Bibeln gegeben sind: Bei der einen Bibel handelt es sich um das dicke, alte Buch, das die Lehre sowie die Geschichte des Christentums enthält. Bei der anderen Bibel handelt es sich um die die Natur um uns herum.

Hieraus spricht das Wissen, dass das Wesen Gottes, die spirituellen Gesetzmäßigkeiten dieser Welt sowie die Kreisläufe des Lebens vollständig offenbart sind in der Schöpfung.

Von Menschen erdachte Rituale – so der Franziskaner-Pater Richard Rohr folgerichtig – können immer nur so sinnvoll sein, wie es ihnen gelingt, diese Gesetzmäßigkeiten und Kreisläufe abzubilden und auszudrücken. Gute Rituale verweisen in letzter Konsequenz immer auf die Schöpfung. Folglich können Rituale auch nie so kraftvoll sein, wie die Natur es seit jeher aus sich heraus bereits ist.

Auf eine tiefe und intuitive Weise begannen wir diese Wahrheit zu erahnen, als wir auf die Lichtung traten und uns ihrer Pracht bewusst wurden. Wir verharrten noch eine ganze Weile. In Schweigen versunken. Und ließen zu, dass sich dieses wundervolle Bild tief in unsere Herzen einbrennt.

Irgendwann setzten wir unseren Weg fort. Achtsamen Schrittes. Durch diesen so erhabenen Tempel, der uns von allen Seiten umgab.

Freimaurertum benötigt Spiritualität und Gottesbezug

FREIMAURERTUM UND GOTT - EIN VORWORT (ZU TEIL 3/3):

Keine Frage ist so geeignet, heftigste Diskurse innerhalb des Freimaurertums auszulösen, wie die Frage nach Gott. Vereinfacht und überspitzt reichen die Positionen von "man kann nur ein Freimaurer sein, wenn man an einen wie auch immer gearteten Gott glaubt" bis hin zu "man kann nur ein Freimaurer sein, wenn man nicht an einen Gott glaubt".

Für die Leser meines Blogs ist es nicht schwer, mich innerhalb dieser Diskussion zu verorten: Für mich bedingt der Weg eines Freimaurers die Vorstellung eines Gottes; wenn auch nicht im dogmatischen Sinne. Diese Position hat ihre Berechtigung, ist aber nicht die einzig mögliche.

In zwei Blogartikeln hatte ich die Gelegenheit geben, auch die Positionen zu Wort kommen zu lassen, die sich nicht mit meiner Position decken oder dieser sogar konträr gegenüberstehen. Hierfür hatte ich die Freimaurer und Blogger Rene Schon und Jürgen Scheffler gewinnen können. Beide gehen den Weg des Freimaurers als bekennende Atheisten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Frage nach Gott nicht nur geeignet ist, Kontroversen innerhalb des Freimaurertums auszulösen, sondern auch aufzuzeigen, welche Vielfalt innerhalb des Freimaurertums möglich ist. Wenn der Leser nach den beiden Artikel von Rene Schon und Jürgen Scheffler meinen Artikel zum Thema gelesen haben wird, wird er eine Vorstellung davon haben, über welche Bandbreite das Freimaurertum verfügt...

Doch genug der Worte. Vorhang auf für den letzten Teil; meinen eigenen Beitrag...

FREIMAURERTUM BENÖTIGT SPIRITUALITÄT UND GOTTESBEZUG

Für mich ist ein Freimaurertum ohne Gottesbezug schlichtweg nicht vorstellbar. Mein Eindruck ist, dass sich das freimaurerische Ritual und die freimaurerische Symbolik nur dann in ihrer ganzen Tiefe entfalten können, wenn man sich auch auf die esoterisch-spirituelle Dimensionen einlässt, die diesen innewohnt.

WENN ICH VON GOTT SPRECHE

Doch bevor ich mich aufmache, diese These zu belegen, sollte ich zunächst einmal umreißen, wovon ich überhaupt ausgehe, wenn ich diesen mächtigen und absolut missverständlichen Begriff „Gott“ gebrauche. Oder besser: Wovon ich eben nicht ausgehe.

Meines Erachtens ist Gott zu groß und zu umfassend, als dass ich ihn auch nur ansatzweise erkennen oder gar begreifen könnte. Ich glaube, Gott hat den Menschen der unterschiedlichen Kulturen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Aspekte von sich offenbart. Die monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – beispielsweise stellen Gott als personales Gegenüber in den Mittelpunkt. Ein Gott, der einen Willen hat, mit dem man kommunizieren kann und mit dem man eine Beziehung führen kann. Die unterschiedlichen Naturvölker betonen Gott als in der Natur offenbart. Die Mystiker der verschiedenen Religionen erleben Gott eher als Seins-Form, die alles durchzieht und umspannt und gleichzeitig im Inneren eines jeden Einzelnen existiert. Die spirituelle Lehre der Kabbalah bezeichnet Gott unter anderem als Urlicht. Hier trägt jeder Mensch einen Funken dieses Lichtes – den göttlichen Funken – in sich. In buddhistisch geprägten Vorstellungen ist Gott vielleicht am ehesten mit einer Art Energie vergleichbar. Wahrscheinlich gibt es so viele Gottesvorstellungen wie es Menschen gibt. Und jede dieser Gottesvorstellungen ist wahr. Aber keine dieser Vorstellungen ist absolut. Setzt man sie wie einzelne Puzzleteile aneinander, kann man eine Ahnung davon bekommen, wie Gott sein könnte.

Das Geschriebene verdeutlicht, dass es sich mir verbietet, über Gott dogmatisch theologische Aussagen zu treffen. Jede dogmatische Festlegung limitiert Gott. Wenn ich im Folgenden von Gott spreche, rede ich niemals von theologisch absoluten Glaubenssätzen. Ich bin mir bewusst, dass alles, was ich von Gott erkenne, niemals abschließend sein kann. Und ich bin mir bewusst, dass es ganz sicher andere Menschen gibt, die Facetten über Gott erkannt haben, die ich vielleicht noch nicht einmal erahne. Daher ist es eine meiner Lebensaufgaben, offen dafür zu bleiben, dass Gott sich jeder Zeit auf eine Art und Weise offenbaren kann, die ich niemals für möglich gehalten hätte.

Das vorausgesetzt, will mich an die Frage heranwagen, warum das Freimaurertum meines Erachtens immer auch eine spirituelle Dimension hat und daher einen Gottesbezug benötigt. Hierfür beginne ich mit einem kurzen Blick in die Geschichte des Freimaurertums.

VORLÄUFER DES HEUTIGEN FREIMAURERTUMS

Unumstritten ist, dass sich das Freimaurertum – wie wir es heute kennen – aus den Steinmetzbruderschaften der Bauhütten des Mittelalters herleitet und bei beidem einen Großteil seiner Bilder und Symbole entlehnt. Das gilt insbesondere für die ersten drei Grade der Johannisloge.

Die Vorläufer der Bauhütten wiederum sind im Mönchstum der Epoche der Romanik zu suchen. Hier ist insbesondere der Benediktinerorden zu nennen. Diese begangen bereits in der Vorromanik damit, die eigenen Klosteranlagen – insbesondere die klösterlichen Sakralbauten – zu erbauen. In der Romanik entwickelten sich diese „bauenden“ Mönche zu „reisenden“ Mönchen. Sie reisten von Klosterbaustelle zu Klosterbaustelle, um Klosterkirchen zu errichten. Unklar ist heute lediglich, ob die Mönche selber mit Hand anlegten oder ob sie die Bautätigkeiten koordinierten und überwachten. Aus diesen reisenden Mönchen wiederum gingen die Bauhütten und Steinmetzbruderschaften hervor, die im Mittelalter die gotischen Sakralbauten erschufen. Diese existierten und wirkten mit zunehmender Dauer organisatorisch unabhängig von den Mönchsorden.

Dies zeigt, dass das mittelalterliche Bauhandwerk tief verwurzelt war in der monastischen Spiritualität des Christentums. Es wäre eine künstliche Trennung, davon auszugehen, dass diese Bautätigkeiten keinen spirituellen Bezug bzw. keine spirituelle Ausrichtung gehabt hätten. Da ändert auch die Feststellung, dass die mittelalterlichen Bauleute ganz gewiss nicht nur sakrale Gebäude, sondern auch profan genutzte Gebäude errichtet haben, nichts dran.

ENTWICKLUNG ZUM HEUTIGEN FREIMAURERTUM

Am Johannistag des Jahres 1717 schließlich wurde in England die erste Großloge gegründet. Bis heute gilt dieser Tag als offizielles Gründungsdatum des noch heute existierenden Freimaurertums. Interessant hierbei ist, dass sich diese Großloge gründete, indem sich vier bereits existierende Logen zusammenschlossen. Daraus folgt, das bereits vor der offiziellen Gründung des Freimaurertums Freimaurerlogen existiert haben müssen.

Der Übergang von den praktisch bauenden Steinmetzbruderschaften des Mittelalters zum heutigen Freimaurertum ist von der offiziellen Geschichtsschreibung allerdings nur schwer nachzuzeichnen. Als sicher gilt, dass es einen, mehrere Jahrhunderte dauernden Prozess gab, in dessen Verlauf – aus unterschiedlichen Gründen – zunehmend Mitglieder in die Steinmetzbruderschaften aufgenommen wurden, die beruflich nicht dem praktizierenden Bauhandwerk entstammten.

Dies brachte zwei Entwicklungen mit sich: Zum einen änderte sich die Struktur der Mitglieder. Zum anderen wandelte sich die Tätigkeit des äußeren Erschaffens eines Bauwerkes hin zu einem im Inneren des Menschen stattfindenden Vorgang. Aus den praktisch bauenden Steinmetzbruderschaften wurde das heutige, sogenannte „spekulative“ Freimaurertum.

FREIMAURERISCHES RINGEN

Dieser nicht klar umreißbare Geburtsprozess des spekulativen Freimaurertums fiel mit den Epochen der Renaissance und der Aufklärung in eine äußerst spannende und von gegensätzlichen Strömungen geprägte Zeit. Grob vereinfacht stand das rational geprägte Postulat der Vernunft mit der Idee, dass der Mensch sich durch den Gebrauch des eigenen Verstandes aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien habe, auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite schossen die unterschiedlichsten mehr oder weniger geheimen Verbindungen, Gesellschaften und Bünde, die sich um mehr oder weniger okkultes, esoterisches, spiritistisches oder mystisches Geheimwissen rankten, wie Pilze aus dem Boden.

Diese widerstreitenden gesellschaftlichen Strömungen fanden natürlich auch Eingang ins Freimaurertum. So wurden Freimauerlogen auf der einen Seite zu Orten der freien Meinungsäußerung, wo im geschützten Rahmen die revolutionären Ideen der Aufklärung diskutiert werden konnten. Gleichzeitig aber wurden Freimaurerlogen zu Orten, an denen Symbol und Ritual ein mystisches Erleben ermöglichten. Das gesellschaftliche Ringen zwischen Ratio und Intuition war in den Logen wie unter dem Brennglas zu erleben.

Leider war nicht immer der Wille und die Kraft vorhanden, dieses Spannungsfeld auszuhalten. Und so ringt das Freimaurertum seit seiner Gründung darum, was denn nun das rechtmäßige – sprich: „reguläre“ – Freimaurertum ausmacht und was nicht. Überspitzt und stark vereinfacht findet dieses freimaurerische Ringen zwischen den beiden folgenden Polen statt:

Den ersten Pol würde ich am ehesten als „humanistisches Freimaurertum“ umschreiben. Für diesen sind die drei ersten Grade der Johannismaurerei relevant. In diesen Graden erfolgt die Auseinandersetzung mit sich selbst, mit „der Welt da draußen“ und im dritten Grad schließlich die Konfrontation mit dem eigenen Tod. Dieser freimaurerische Weg ist beinahe ausschließlich auf das Diesseits ausgerichtet und eher rational geprägt. Er dreht sich vor allem um die Frage eines ethisch-moralischen Lebenswandels.

Den anderen Pool würde ich am ehesten als „esoterisch-spirituelles Freimaurertum“ umschreiben. Dieser baut auf den beschriebenen drei Johannisgraden in Form von unterschiedlichen weiterführenden Graden auf. Hier werden die Inhalte der ersten drei Grade aufgenommen, vertieft und um ihre esoterisch-spirituelle Dimensionen erweitert. Neben der Frage eines ethisch-moralischen Lebenswandels wird Freimaurertum hier auch als esoterisch-spiritueller Erkenntnisweg verstanden.

Wo zwischen diesen beiden Polen man sich verortet, kann ein jeder Freimaurer nur für sich selbst entscheiden. Und ich habe für beide dieser gegensätzlichsten Positionen nachvollziehbare und gut begründete Ausführungen lesen dürfen. Mein Eindruck ist, dass jeder Freimaurer der Argumentationslinie folgt, in der er sich am ehesten wiederfindet und die er am ehesten nachvollziehen kann.

DER CHRISTLICHE FREIMAURERORDEN

Die beschriebenen Entwicklungen führten dazu, dass es heute in Deutschland drei eigenständige und ganz unterschiedliche deutsche Großlogen gibt: Die „Großloge der Alten Freien und Angenommenen Freimaurer von Deutschland“ (AFuAM), „Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland“ (Freimaurerorden) sowie die „Große National-Mutterloge Zu den drei Weltkugeln“ (3WK). Diese finden sich neben weiteren Logen unter dem Dach der „Vereinigten Großlogen von Deutschland“ zusammen.

Besonders erwähnen möchte ich hiervon die AFuAM. Denn diese ist von der Mitgliederzahl her die mit Abstand größte der Großlogen. Die AfuaM bearbeitet ausschließlich ersten drei Grade der Johannisloge und ist vor allem humanistisch geprägt.

Ich selbst gehöre der zweitgrößten Großloge, dem Freimaurerorden, an. Dieser ist explizit christlich ausgerichtet. Jesus Christus, wie ihn die Bibel überliefert, wird hier als Obermeister angesehen. Er verkörpert das Ideal für jeden Ordensbruder. Dies gilt sowohl für den spirituellen Weg, den er gegangen ist; als auch für sein ethisch-moralisches Handeln. Weiter ist das gesamte Ritual auf Gott (wie jeder einzelne ihn für sich auch verstehen mag) ausgerichtet. Der Weg des Ordensfreimaurers erstreckt sich über 10 Grade.

Wenn ich im Weiteren auf den Inhalt des freimaurerischen Rituals und die Ausrichtung des freimaurerischen Weges eingehe, dann ist es wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass ich hierbei von dem ausgehe, was mir im Christlichen Freimaurerorden begegnet. Für die anderen Richtungen kann ich nicht sprechen, weil ich dort nicht in der Tiefe drinstecke. Weiter muss berücksichtigt werden, dass ich aus der Sicht eines Freimaurers schreibe, der den 3. Grad – nämlich den des Johannismeisters – inne hat.

EINWEIHUNG UND RÜCKVERBINDUNG

Steigt man tiefer in das freimaurerische Ritual ein, merkt man schnell, dass es sich hierbei um einen althergebrachten Initiationsritus handelt. Versucht man diesen zu seinen Ursprüngen zurück zu verfolgen, so entdeckt man zunächst markante Parallelen zu den Initiationsriten der Mysterienbünde des Altertums. Einzelne Elemente des freimaurerischen Initiationsritus sind aber noch wesentlich älter. Sie finden sich bereits bei den archaischen Initiationsriten der Urvölker.

Ebendiese archaischen Initiationsriten hat der Franziskaner-Pater Richard Rohr Zeit seines Lebens studiert. Und hierbei machte er ganz interessante Entdeckungen: Unabhängig davon, in welcher Kultur der jeweilige Initiationsritus durchgeführt wurde, verfügte er über dieselben zentralen Wesensmerkmale: So galt es zunächst das egodominierte Falsche Selbst des Initianten zu erschüttern und sterben zu lassen. Dieses Sterben der alten Natur des Initianten wurde in dramatischer und kraftvoller Weise vollzogen. Auf den grausamen Tod erfolgte schließlich die machtvolle Auferstehung. Im Idealfall war durch dieses Ritual ein neuer Mensch geboren. Ein Mensch, der eingeweiht war in das „Große Mysterium des Lebens“; dadurch, dass er zurückverbunden worden war in die (spirituellen) Kreisläufe und Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung. Ein Mensch, der in Berührung gekommen war mit seinem Wahren Selbst.

Dies zeigt, dass Initiationsriten immer über den kleinen menschlichen Ego-Horizont hinausweisen. Auf das „absolut Gute“. Auf das, was größer und umfassender ist, als es die egomane Natur des Menschen je sein könnte. Und in diesem „Großen Ganzen“ offenbart sich das, was der Mensch seit jeher „Gott“ nennt. Daher verweist ein Initiationsritus im Idealfall in letzter Konsequenz immer auch auf Gott. Täte er dies nicht, bliebe das launenhafte und selbstfixierte Ego des Menschen die einzige Richtschnur und der einzige Bezugspunkt im Ritual.

Die Idee, dass eine „Einweihung“ notwendig ist, um den Menschen „zurück zu verbinden“, impliziert, dass es mal einen Zustand gegeben haben muss, in dem der Mensch „verbunden“ war. Ein Zustand der Ursprünglichkeit, in dem der Mensch „eins“ war mit dem „Großen Mysterium“. Dieser Zustand ist verlorengegangen. Aus diesem Zustand ist der Mensch herausgefallen. Mythen wie die der Vertreibung aus dem Paradies im Alten Testament der Bibel erzählen uns davon. Initiation setzt im positivsten Falle genau an diesem Punkt an. Sie setzt den „Guten Anfang“, damit der Mensch sich auf den Weg machen kann. Auf seinen Weg nach hause. Auf seinen Weg zurück zur Vereinigung mit seinem Ursprung.

Und genau dieses Wissen hat der Christliche Freimaurerorden meines Erachtens bewahrt. Das Ziel des Weges des Ordensfreimaurers ist die Vereinigung mit seinem Ursprung. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Grade, Symbole und Rituale. Und das, was ich als „Großes Mysterium“ und als „spirituelle Kreisläufe und Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung“ beschreibe, wird im Freimaurerorden als „Göttliche Ordnung“ bezeichnet. An entscheidender Stelle ergeht im Ritual die Aufforderung an den Ordensfreimaurer, Gott die Ehre zu geben und sich in die göttliche Ordnung stellen. Es wird unmissverständlich klarstellt, dass es nicht das menschliche Ego ist, das hier im Mittelpunkt steht. Das Ritual des Freimaurerordens weist somit weit über das egodominierte Falsche Selbst des Menschen hinaus. In letzter Konsequenz weist es auf Gott. Auf Gott, den Ursprung allen Seins.

DIE ALTEN PFLICHTEN

Die Wurzeln des Freimaurertums sind folglich im Spirituellen zu suchen. Ein wie auch immer gearteter Gottesbezug war immer gegeben. Spätestens jedoch im spekulativen Freimaurertum ging dieses spirituelle Erbe eine Symbiose mit den Ideen der Aufklärung und des Humanismus ein. Zwei so gegensätzliche Richtungen in sich zu vereinen, ist jedoch nur dann möglich, wenn ein Weg gefunden wird, keine der beiden dogmatisch oder absolut zu verstehen. Das gilt für die spirituelle Seite genauso wie für die humanistische.

Einen wegweisenden und nachhaltig prägenden Ansatz, wie dies funktionieren könnte, verfasste der Reverend und Prediger an der Kirche der schottischen Presbyterianer in London, James Anderson, im Jahre 1723 in den sogenannten „Alten Pflichten“. Hierbei handelt es sich um „die erste gedruckte und veröffentlichte Sammlung von Gesetzen und Konstitutionen (Regeln) der Freimaurer“. Im Abschnitt „Von Gott und der Religion“ schreibt er dort etwas nieder, was noch heute tief in der DNA eines jeden Freimaurers verankert ist, dem ich bisher begegnet bin:

„Der Maurer ist als Maurer verpflichtet, dem Sittengesetz zu gehorchen; und wenn er die Kunst recht versteht, wird er weder ein engstirniger Gottesleugner, noch ein bindungsloser Freigeist sein. In alten Zeiten waren die Maurer in jedem Land zwar verpflichtet, der Religion anzugehören, die in ihrem Lande oder Volke galt, heute jedoch hält man es für ratsamer, sie nur zu der Religion zu verpflichten, in der alle Menschen Übereinstimmen, und jedem seine besonderen Überzeugungen selbst zu belassen.“

Besonders bemerkenswert finde ich hierbei die Idee der „Religion, in der alle Menschen übereinstimmen“. Es ist augenscheinlich, dass hiermit keine dogmatisch verstandene Religion gemeint sein kann. Denn wenn es um dogmatische Glaubenssätze und theologische Lehrgebäude geht, dann stimmen die Menschen nicht überein. Das sehen wir tagtäglich um uns herum. Und das seit Menschengedenken. Unterschiedliche Religionen, sprechen sich gegenseitig die Rechtgläubigkeit ab. Und innerhalb dieser Religionen wiederum sprechen sich unterschiedliche Richtungen gegenseitig die Rechtgläubigkeit ab. Und im Zweifel wird dies gewaltsam ausgetragen. Wahrscheinlich wurde in der Geschichte der Menschheit wegen keinen Anschauungen so viel Blut vergossen, wie wegen der religiösen. Nein, wenn von der „Religion, in der alle Menschen übereinstimmen“ gesprochen wird, kann keine wie auch immer geartete dogmatische Theologie gemeint sein.

EIN MYSTISCHER GOTTESBEGRIFF

Mich erinnert die Idee der „Religion, in der alle Menschen übereinstimmen“ an ein Gottesverständnis, wie man es oft bei den Mystikern der verschiedenen Religionen vorfindet. Denn in der Mystik wird Gott eher als ein universelles Sein verstanden, das die Schöpfung vollständig durchdringt. Und da jeder Mensch den Zugang zu diesem „Sein“ in seinem tiefsten Innersten trägt, ist die Mystik in erster Linie von spirituellem Erleben geprägt. Weniger durch theologische Glaubenssätze. Und ähnlich den Initiationsriten hat auch die mystische Erfahrung das Potential, den Menschen von innen heraus zu transformieren. Die Erfahrungen der Mystiker gleichen sich auffällig. Unabhängig davon, welcher Religion sie angehören. Denn das mystische Erleben geht weit über die Theologien und Dogmen der einzelnen Religionen hinaus. Die Mystiker der verschiedenen Religionen eint ihre mystische Erfahrung und das daraus resultierende Bewusstsein. Auch wenn die dogmatischen Aussagen der jeweiligen Religionen, denen sie angehören, sich konträr gegenüberstehen.

Es ist daher auch nicht erstaunlich, dass die Mystiker in ihren Religionen oftmals nur ein Randdasein fristeten oder – wie im Fall von Meister Eckhart – gar exkommuniziert wurden. In der heutigen Zeit sind die Mystiker des Islam – die Sufis – regelmäßig das Ziel islamistischer Terrorakte.

Wenn es tatsächlich so ist, dass sich die Idee der „Religion in der alle Menschen übereinstimmen“ von der Gottesvorstellung der (in diesem Fall christlichen) Mystiker ableitet, wäre dies ein weiteres Indiz für die spirituellen Wurzeln des Freimaurertums. Der gemeinsame Ausgangspunkt könnte wie bei den Vorläufern des mittelalterlichen Bauhandwerks wieder das christliche Mönchstum sein. Gingen aus ihm doch nahezu alle christlichen Mystiker hervor.

SUPREME BEING UND DREIFACH GROßER BAUMEISTER

Aus der Idee der „Religion in der alle Menschen übereinstimmen“ leitete sich im Laufe der Zeit das „Supreme Being“ ab. Dies stellt weltweit eine der Voraussetzungen dar, damit eine Freimaurerloge von der Großloge in England als „regulär“ anerkannt wird.

Im Christlichen Freimaurerorden findet das Supreme Being Ausdruck im „Dreifach Großen Baumeister der ganzen Welt“. Und genau wie das Supreme Being ist auch der Dreifach Große Baumeister der ganzen Welt weder theologisch noch dogmatisch definiert. Es ist an jedem Bruder selbst, diesen Begriff für sich zu füllen.

Und im Mikrokosmos meiner Loge erlebe ich, dass im Ritual der Bruder mit der kirchlich geprägten Vorstellung von Gott neben dem mit der buddhistisch geprägten, neben dem mit der gnostisch geprägten, neben dem mit der kabbalistisch, mystisch oder kontemplativ geprägten Vorstellung von Gott sitzt.

MEIN FREIMAURERISCHES MANIFEST

Mein Fazit: Die Wurzeln des Freimaurertums sind im Spirituellen zu suchen. Ein wie auch immer gearteter Gottesbezug war immer gegeben. Und für mich persönlich ist ein Freimaurertum ohne Gottesbezug schlichtweg nicht vorstellbar. Mein Eindruck ist, dass sich das freimaurerischen Ritual und die freimaurerische Symbolik nur dann in seiner ganzen Tiefe entfalten können, wenn man sich auch auf die esoterisch-spirituelle Dimensionen einlässt, die diesen innewohnt.

Aber: Das Revolutionäre am damals noch blutjungen spekulativen Freimaurertum war meines Erachtens, dass dieses spirituelle Erbe eine Vereinigung mit den humanistisch geprägten Idealen der Aufklärung einging. Und auch, wenn es in der Geschichte zu mancher Spannung führte, so ist das Zusammenführen und Aushalten dieser gegensätzlichen Pole, meiner Meinung nach, bis heute eine der größten Stärken des Freimaurertums.

Denn so wie sich im Menschen im Idealfall Vernunft und Gewissen ergänzen und gegenseitig austarieren, so kann dies auch im Freimaurertum durch seine aufgeklärt humanistische Seite und seine esoterisch-spirituelle Seite geschehen. Ein Freimaurertum, das seine esoterisch-spirituelle Seite ignoriert, droht immer auf der Ebene des Verstandes steckenzubleiben und nur an der trockenen Oberfläche von Symbol und Ritual zu kratzen. Und ein Freimaurertum, das seine aufgeklärt humanistische Seite ignoriert, läuft immer Gefahr, die Bodenhaftung und den konkreten Bezug zum alltäglichen Hier und Jetzt zu verlieren. Nur wenn beide Pole in Ausgleich und Einklang miteinander gebracht werden können, ist der freimaurerische Weg vollständig.

Und meine Erfahrung ist, dass genau das jeder „gesunde“ spirituelle Weg sowie jedes „gesunde“ Model der Persönlichkeitsentwicklung lehrt: Gegensätze werden nicht dadurch überwunden, dass man sie vernichtet. Gegensätze werden dadurch überwunden, dass man sie annimmt, ausgleicht und zur Vereinigung führt.

Daher empfinde ich persönlich es als vermessen, wenn Freimaurer ein Freimaurertum als „modern“ bezeichnen, das sämtliche spirituellen Bezüge sowie den Gottesbezug getilgt hat. Ein Freimaurertum ist modern zu nennen, wenn dessen Spiritualität und dessen Gottesbezug durch die Aufklärung geläutert worden sind. Das bedeutet, dass es von Dogmatismus und Aberglauben entschlackt ist, die Ideale von Aufklärung und Humanismus integriert hat und sich dennoch seiner spirituellen Verwurzelung und seines immanenten Gottesbezuges bewusst ist.

Mein ZEN-Meister

Vor 9 Wochen erblickte unsere Tochter das Licht der Welt. Sehr schnell entdeckten sie und ich ein gemeinsames Ritual: Nachdem sie am späten Abend getrunken hat und von uns gewickelt worden ist, nehme ich sie auf den Arm und trage sie in den Schlaf. Allabendlich drehen wir so gemeinsam unsere Runden in ihrem Zimmer. Zunächst starren ihre wachen Äuglein noch aufgeregt in der Dunkelheit umher. Bis die Kleine sich dann schließlich in meinen Arm einkuschelt und ihre Augen nach und nach zufallen. Und irgendwann nur noch regelmäßiges, zufriedenes Atmen zurückbleibt. In diesen Momenten kann ich meine Dankbarkeit für dieses kleine Wesen kaum fassen.

Eines jedoch ist mir dabei aufgefallen: Je krampfhafter ich will, dass sie endlich schläft, desto länger dauert es, bis sie tatsächlich einschläft. Und oftmals ist ihr Schlaf dann auch nur ein oberflächlicher. Je mehr ich jedoch innerlich bei ihr und in dieser gemeinsamen Situation ankomme und je weniger ich die Absicht verfolge, sie in den Schlaf bringen zu wollen, desto schneller und desto besser schläft sie schließlich ein.

Ich glaube, das, was meine Tochter mich in diesen Situationen lehrt, ist Absichtslosigkeit. Die Fähigkeit, Dinge um ihrer selbst Willen zu tun. Und nicht, um irgendwann irgendetwas etwas zu erreichen.

Einer Gesellschaft, die durch Jahrhunderte des Kapitalismus geprägt ist, fällt es schwer, etwas mit Absichtslosigkeit anzufangen. Denn in der Regel hat alles, was wir tun, einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Das Endziel solch einer materialistisch geprägten Gesellschaft ist immer Geld zu verdienen. Geld, um partizipieren zu können. Geld, um konsumieren zu können. Geld, um bestimmen zu können. Eine Tätigkeit hat nur noch den Wert, der dem fiskalischen Nutzen entspricht, den sie für mich einmal haben wird. Und so haben wir uns nach und nach eine Lebenseinstellung angeeignet, die unser gesamtes Leben in eine einzige Kosten-Nutzen-Rechnung zwängt. Ich tue etwas, damit ich irgendwann mal etwas davon habe.

Gelegentlich lese ich in den Gleichnissen des ZEN-Buddhismus und denen der christlichen Wüstenväter. In beiden monastisch geprägten Traditionen scheint die Tugend der Absichtslosigkeit einen hohen Stellenwert zu haben. Immer wieder werden die Schüler angehalten, Tätigkeiten um ihrer selbst Willen auszuüben und nicht, um dadurch ein in der Zukunft liegendes Ziel zu erreichen.

Das überspitzt sich schließlich bis hin zu folgendem Paradox: Auf der einen Seite wird den Schülern beigebracht, dass sie hart und diszipliniert dafür arbeiten müssen, um Erleuchtung zu erlangen. So gilt es, sich einem strikten Tagesablauf zu unterwerfen, regelmäßig in die Stille zu gehen und sich Disziplinen wie das Fasten aufzuerlegen. Doch auf der anderen Seite wird den Schülern beigebracht, dass dies alles nicht notwendig ist, um Erleuchtung zu erlangen. Viel mehr: Sie können Erleuchtung nur erlangen, wenn sie das Bedürfnis, erleuchtet zu sein, aufgeben. Sie müssen es also aufgeben, ihre monastischen Disziplinen mit dem Ziel auszuüben, Erleuchtung zu erlangen. Das entbindet sie nicht von der Notwendigkeit, diese Disziplinen zu üben. Lediglich ihre innere Einstellung zu diesen Disziplinen muss eine absichtslose sein.

Ein Paradox, das durch den Verstand nicht aufzulösen ist. Aber dadurch ist es nicht weniger wahr. Ganz im Gegenteil: Meine Erfahrung ist: Je tiefer und je reifer ein spiritueller Weg ist, desto höher ist die Fähigkeit, solche Paradoxe stehenlassen zu können. Und nicht rational auflösen zu müssen.

Doch warum eigentlich hat Absichtslosigkeit in diesen monastischen Traditionen solch einen hohen Stellenwert? Ich glaube, weil Absichtslosigkeit eine der großen Lehrerinnen ist, die uns in die Gegenwärtigkeit führen kann. Denn das Leben geschieht ausschließlich im gegenwärtigen Moment. Gott offenbart sich ausschließlich und vollkommen im gegenwärtigen Moment. Nicht im Rückblick auf die Vergangenheit und nicht im Vorgriff auf die Zukunft. Ausschließlich im Hier und Jetzt. Wenn ich aber etwas tue mit der Absicht, ein in der Zukunft liegendes Ziel zu erlangen, so verpasse ich den gegenwärtigen Augenblick. Und damit das Leben und auch Gott.

Während ich an diesem Artikel schrieb, stieg in mir die Frage auf, mit welcher Motivation ich eigentlich ins freimaurerische Ritual gehe. Tue ich dies nicht auch, um etwas zu erlangen? Sei es Selbsterkenntnis? Sei es Erleuchtung? Oder sei es auch nur ein meditativer Zustand? Könnte es nicht ein wesentlicher Bestandteil des freimaurerischen Weges sein, zu lernen, absichtslos ins Ritual zu gehen? Und absichtslos im Ritual zu verweilen? Weil sich nur so dieses Ritual in seiner ganzen Dimension entfalten kann?

Ich weiß es nicht sicher. Doch ich will diesen Impuls in mir weiter nachwirken lassen. Und bis dahin darf meine Tochter mich weiter Absichtslosigkeit lehren. Abend für Abend. Sie, meine kleine ZEN-Meisterin…

Neuland

Manchmal schreibt man etwas nieder und merkt erst danach, dass man mit dem Geschriebenen auch ein inneres Thema für sich zu einem Abschluss gebracht hat. Und am Übergang zu einem neuen Abschnitt steht. Mir ging es mit meinem letzten Blog-Artikel „Die Sehnsucht der männlichen Seele“ (https://hagenunterwegs.wordpress.com/2016/01/19/die-sehnsucht-der-maennlichen-seele/) so. Aber alles nacheinander:

Die ersten Menschen, die meinen spirituellen Weg prägten, waren Frauen. Allen voran meine baptistische Mutter. Sie begleiteten meine ersten Schritte hinein in den Glauben an Gott. Und ich durfte lernen, dankbar dafür zu sein.

Doch konnten all diese Frauen eins nicht: Mir zeigen, was es bedeutet, diesen spirituellen Weg als Mann zu gehen. Diese Frauen ließen mich teilhaben an ihren Formen der Spiritualität. Doch konnten diese Formen weder mein Bedürfnis nach einer Spiritualität, die die Themen und Bilder der männlichen Seele erschließt, stillen. Noch konnten sie mir den Zugang zu einem authentischen und kraftvollen Mannsein ermöglichen.

Also machte ich mich auf den Weg. Vielleicht war die Sehnsucht, die mich antrieb, dieselbe, die seit Menschengedenken junge Männer – wie einst Parzival – dazu treibt, den heimischen Schoß ihrer Mütter zu verlassen und sich auf ihre eigene Heldenreise zu begeben. Meine Reise führte mich zu den archaischen Initiationsriten, hinaus in die Natur und schließlich in den christlichen Freimaurerorden.

Doch seit etwa zwei Jahren plötzlich klopft die weibliche Seite der Spiritualität wieder bei mir an. Zunächst noch in einer Weise, die ich kaum wahrnahm.

Es begann mit einem spirituellen Seminar, das ich besuchte und an dem auch Frauen teilnahmen. Das erste Mal nach vielen Jahren wurde ich wieder damit konfrontiert, wie die weibliche Seele Spiritualität erlebt und ausdrückt. Und irgendwie war dies ganz neu für mich. Neu und auch befremdlich. Es zeigte mir, dass ich zwischenzeitlich ein Defizit entwickelt hatte.

In dieselbe Kerbe schlägt die spirituelle Lehre der Kabbala, mit der ich in Berührung gekommen bin. Die Kabbala ist viel zu vielschichtig und umfassend, als dass ich mir anmaßen würde, sie vollständig durchdrungen zu haben. Ein kabbalistisches Prinzip jedoch geht mir besonders nach: Das des Ausgleichs und der Vereinigung des Männlichen und des Weiblichen. Dieses Prinzip begegnet einem in der Kabbala an den verschiedensten Stellen und in die unterschiedlichsten Bilder gehüllt.

Auf dieses Prinzip bin ich darüber hinaus auch auf meinem Weg durch das Ritual und die Grade des christlichen Freimaurerordens gestoßen.

Eine Erfahrung, die ich auf meinem Weg schon häufiger gemacht habe, ist, dass die Themen, die in meinem Leben als nächstes „dran“ sind, mich finden, sobald die Zeit dafür reif geworden ist. Und so scheint für mich die Zeit der Suche nach den Formen und den Bildern männlicher Spiritualität vorerst vollendet zu sein. Das, was ich auf dieser Suche gefunden und erlernt habe, will nun in den Einklang und in den Ausgleich mit den Formen und Bildern weiblicher Spiritualität gebracht werden. Und als Ganzes in mein Leben integriert werden.

Genau das war es, was mir bewusst wurde, als ich meinen Artikel „Die Sehnsucht der männlichen Seele“ fertiggestellt hatte. Und an genau dieser Schwelle stehe ich jetzt. Und blicke auf Neuland…